EU und Indien verkünden Abschluss der Freihandelsgespräche
NEU-DELHI (awp international) - Die Europäische Union und Indien können an diesem Dienstag indischen Angaben zufolge den erfolgreichen Abschluss ihrer Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen verkünden. "Die Verhandlungen sind beendet", wurde der Staatssekretär im Handelsministerium, Rajesh Agrawal, von der Zeitung "The Hindu" zitiert. Beide Seiten würden demnach beim bilateralen Gipfeltreffen in Neu-Delhi am Dienstag eine entsprechende Erklärung dazu abgeben. Agrawals Äusserungen wurden auch von anderen indischen Medien wiedergegeben.
Von EU-Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Die Erwartungen für einen erfolgreichen Abschluss seien sehr stark, sagte am Montagabend (Ortszeit) ein Sprecher in der indischen Hauptstadt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa waren zum Gipfel nach Indien gereist. Beide besuchten dort bereits am Montag auf Einladung von Premierminister Narendra Modi die alljährliche Parade zum indischen Nationalfeiertag.
Mit dem Abkommen würden beide Seiten ihr strategische Partnerschaft auf eine nächste Stufe heben. Durch einen Freihandelspakt sinken Zölle, es werden einheitliche Regeln festgelegt und auch die Lieferketten werden vereinfacht. Zwischen der EU und der fünftgrössten Volkswirtschaft gab es schon von 2007 bis 2013 Verhandlungen über ein Abkommen. Damals scheiterten die Gespräche jedoch und wurden erst vor vier Jahren wieder aufgenommen.
Rechtliche Überprüfung des Deals
Laut Agrawal könnte es noch bis zu sechs Monate dauern, bis das Abkommen auch formal unterzeichnet wird. Zuvor müsse es noch rechtlich überprüft werden. Es sei ein "ausgewogener, nach vorn blickender Deal, der den Handel und eine tiefere wirtschaftliche Integration zwischen beiden Seiten fördern wird".
Das Abkommen würde einen Markt mit rund zwei Milliarden Menschen schaffen. Indien ist noch vor China mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. In der EU leben rund fast 450 Millionen Menschen. Gemeinsam repräsentieren beide Seiten nahezu ein Viertel des weltweiten BIP und der Weltbevölkerung.
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