Ausblick Sandoz: Biosimilar-Geschäft bleibt spannender Wachstumsmotor
Basel (awp) - Sandoz dürfte 2025 einmal mehr unter Beweis gestellt haben, dass der ehemaligen Novartis-Tochter die Unabhängigkeit sehr gut tut. Vor allem mit dem margenstärkeren Biosimilar-Geschäft hatte Sandoz zuletzt aufs Tempo gedrückt. Spannend wird nun sein, wie gut das Unternehmen in diesem Bereich für die Zukunft aufgestellt ist.
Der Generikakonzern Sandoz präsentiert am Mittwoch, 25. Februar, die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025. Insgesamt haben elf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
,,2025 (in Mio USD) AWP-Konsens 2024 Umsatz Gruppe 11'072 10'357 - Generika 7'778 7'504 - Biosimilars 3'284 2'853 EBITDA (Core) 2'372 2'080 - Marge (%) 21,4 20,1 Nettogewinn (Core) 1'459 1'176 (in Fr.) Dividende je Aktie 0,71 0,60,,
Welches sind die spannendsten Themen?
Bei der ehemaligen Novartis-Tochter steht vor allem das Geschäft mit den Biosimilars im Vordergrund. Anders als Generika, die exakte chemische Kopien von klassischen Medikamenten (kleine Moleküle) sind, handelt es sich bei Biosimilars um hochgradig ähnliche, aber nicht identische Nachahmer von biologischen Arzneimitteln, die aus lebenden Zellen hergestellt werden und sehr komplex sind. Biosimilars sind margenstärker, weil ihre Entwicklung und Produktion aufwendiger ist, der Wettbewerb geringer ist und daher die Preisabschläge im Vergleich zum Original meist kleiner sind als bei Generika.
Entsprechend strebt Sandoz an, den Umsatzanteil mit Biosimilars mittelfristig auf mindestens 30 Prozent zu steigern. Im dritten Quartal war dies erstmals gelungen.
Daher werden Marktteilnehmer sehr genau schauen, wie sich die im vergangenen Jahr lancierten Biosimilars geschlagen haben. Im vergangenen Jahr hat Sandoz sein Aflibercept-Biosimilar (Afqlir) und seine Denosumab-Biosimilars (Wyost/Jubbonti) in Europa sowie sein Natalizumab-Biosimilar (Tyruko) in den USA auf den Markt gebracht.
Zudem wird für 2026 die Einführung des Aflibercept-Biosimilars in den USA erwartet, zusammen mit der Wiedereinführung von Cimerli (Ranibizumab-Biosimilar) und der Einführung von Ondibta (Insulin-Glargin-Biosimilar).
Wie bewerten Analysten die Chancen?
Durchaus Umsatzpotenzial schreiben Analysten dem Denosumab-Biosimilar zu. Allerdings sei auch der Wettbewerb hoch, was bedeute, dass die Nachahmer mit hohen Preisnachlässen verkauft würden. Das Aflibercept-Biosimilar dürfte in den USA im Laufe des vierten Quartals auf den Markt kommen - zu einem ähnlichen Zeitpunkt, wenn auch Konkurrenzprodukte erwartet werden. In Europa wiederum sollte es 2026 für Umsatzschwung sorgen.
Daneben erwarten Marktakteure Aussagen zum GLP-1-Biosimilar für Ozempic, dem Mittel, das zur Behandlung von Diabetes und zum Abnehmen eingesetzt wird. In den ersten Märkten wie Kanada verliert es in der Diabetes-Indikation seinen Patentschutz. Sandoz selbst plant die Markteinführung von Ozempic/Semaglutide in Mexiko für 2026, gefolgt von Kanada und Brasilien im Jahr 2027.
Sonst noch was?
Auch die Pipeline dürfte einen Blick wert sein. So verfügt der Konzern über eine umfangreiche Pipeline, die künftig für ein solides Wachstum sorgen dürfte. Beispielsweise bieten Biosimilars, die sich auf die neuartigen Immun-Krebstherapien Keytruda und Opdivo beziehen, mittelfristig Chancen. Hier kommt Sandoz zudem das mittlerweile vereinfachte Verfahren für die Erforschung von Biosimilars zugute. Beide Kandidaten befinden sich in der Endphase der zulassungsrelevanten Studien.
Wie steht es um die eigenen Ziele?
Mit den Zahlen, die Sandoz Ende Oktober für die ersten drei Quartale vorgelegt hatte, ist der Konzern auf gutem Weg, das Jahresziel zu erreichen und den Umsatz im mittleren einstelligen Bereich zu erhöhen. Anders sieht es bei der Profitabilität aus. Sandoz legt zwar traditionell zu den ungeraden Quartalen keine Gewinnzahlen vor, die Prognose für die EBITDA-Marge hatte der Konzern aber dennoch erhöht. Neu peilt Sandoz einen Wert von 21 bis 22 Prozent an nach zuvor "etwa 21 Prozent".
Damit hat Sandoz denn auch eines der Mittelfristziele zumindest mit Blick auf das dritte Quartal erreicht. Die Ziele, die bis 2028 gelten, sehen vor, dass das Biosimilar-Geschäft einen Anteil am Umsatz von 30 Prozent haben soll, während der Umsatz - wie im laufenden Jahr - im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen soll.
Was macht der Aktienkurs?
Mit einem Plus von etwa 16 Prozent seit Jahresbeginn gehören die Titel einmal mehr zu den grössten Gewinnern unter den Blue Chips. Damit knüpfen sie an den starken Lauf vom Vorjahr, als sie 56 Prozent hinzugewonnen hatten. Derweil hat der Gesamtmarkt im bisherigen Jahresverlauf 5 Prozent hinzugewonnen.
Website: www.sandoz.
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