Ausnahme für Schifffahrt soll Spritpreise in den USA senken
WASHINGTON (awp international) - Die US-Regierung will mit einer gelockerten Regelung für die Schifffahrt gegen steigende Energiepreise ankämpfen. Der Jones Act, der den Schiffsverkehr zwischen US-Häfen einschränkt, werde für 60 Tage ausgesetzt, teilte Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf X mit. "Durch diese Massnahme können wichtige Ressourcen wie Erdöl, Erdgas, Düngemittel und Kohle sechzig Tage lang ungehindert in US-Häfen gelangen", teilte Leavitt weiter mit. "Kurzfristigen Störungen auf dem Ölmarkt" könnten damit gemildert werden.
Dem Gesetz zufolge dürfen Schiffe mit Güterlieferungen von den USA aus nur dann einen anderen US-Hafen anlaufen, wenn sie unter US-Flagge fahren. Ausländischen Schiffen war das bisher nicht oder nur eingeschränkt möglich. Das Gesetz wurde bereits 1920 verabschiedet, um US-amerikanische Reedereien und Seehandelsunternehmen zu schützen. Kritikern zufolge verteuert es aber den Transport von Gütern und treibt damit die Verbraucherpreise - weil für einen Öltransport von einem US-Hafen an den anderen weniger Schiffe infrage kommen.
Trump hatte das Gesetz bereits 2017 zeitweise ausgesetzt, um Hilfen für das US-Aussengebiet Puerto Rico zu erleichtern. Durch den Krieg im Iran ist der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die Meeresenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine wichtige Ader für den internationalen Handel mit Öl und Flüssiggas. Seit Kriegsbeginn sind die Spritpreise auch in den USA deutlich gestiegen.
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