Neuer Besitzer für 'La Repubblica'
ROM (awp international) - Die Tageszeitung "La Repubblica" - eines der meistgelesenen Blätter in Italien - hat einen neuen Besitzer. Die linksliberal ausgerichtete Zeitung aus Rom gehört nun zum griechischen Medienkonzern Antenna, einem Reederkonglomerat mit saudischem Einfluss. Bislang war "La Repubblica" über den Medienkonzern Gedi Teil des Firmenimperiums der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli-Elkann, die mit dem Autokonzern Fiat (inzwischen Stellantis) reich wurde.
Die Griechen übernahmen nach monatelangen Verhandlungen auch die anderen Teile des Gedi-Konzerns, wie der Verwaltungsrat mitteilte. Dazu gehören zwei Radiosender sowie das Nachrichtenportal HuffPost Italia. Ein offizieller Kaufpreis wurde nicht genannt. Im Gespräch ist eine Summe von etwa 110 Millionen Euro. Gedi gehörte bis vor kurzem auch die Tageszeitung "La Stampa" aus Turin. Anfang März wurde dann bekannt, dass "La Stampa" an die italienische Verlagsgruppe Sae verkauft wurde.
Journalisten im Streik gegen Übernahme
Die Übernahme der beiden renommierten Zeitungen ist umstritten. Die Redaktionen von "La Repubblica" und "La Stampa" hatten dagegen in den vergangenen Monaten mehrmals gestreikt. Die Zeitung aus Rom feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Geschichte von "La Stampa" aus der norditalienischen Metropole Turin reicht bis 1867. Wie in vielen anderen Ländern verliert auch Italiens Tagespresse seit Jahren massiv an Auflage.
Mit dem Verkauf zieht sich die Familie Agnelli-Elkann aus dem Mediengeschäft in ihrem Heimatland zurück. Ihre Anteile am einflussreichen Wochenmagazin "The Economist" aus London behält sie. Der Agnelli-Erbe und Chef der Familien-Holding John Elkann versicherte, dass sich an der journalistischen Freiheit der beiden Blätter nichts ändern werde. "La Repubblica" verfolgt einen kritischen Kurs gegen die rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. "La Stampa" ist in der Mitte angesiedelt.
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