Fahrzeugbrände sind in der Regel spektakulär und kostspielig
Bern (awp/sda) - Vor knapp vier Wochen sind bei einem Postauto-Brand in Kerzers FR sechs Menschen gestorben. In der Schweiz brennen zwar mehrmals wöchentlich Autos aus. Sie verursachen in der Regel aber nur grosse Sachschäden. Die Zahl der Autobrände stagniert laut bei den beiden grössten Autoversicherern seit Jahren.
Im Gegensatz zum Brand von Kerzers vom 10. März, bei dem es sich um einen erweiterten Suizid gehandelt haben dürfte, sind die Ursachen bei Fahrzeugbränden zunächst meistens unklar.
Beim Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) heisst es auf Anfrage, dass bei Bränden von parkierten Autos am häufigsten von Brandstiftung ausgegangen werden kann. Wenn parkierte oder rollende Fahrzeuge brennen würden, könne dies von technischen Defekten der Starterbatterie und der Fahrzeugelektrik herrühren.
Im Fahrbetrieb könnten Brände zudem durch Überhitzungen im Motorraum oder im Bereich der Abgasanlage entstehen. Moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren seien auf Filter und Regenerationsanlagen im Abgastrakt angewiesen, die sich mitunter stark erwärmen könnten, so der AGVS.
Ältere Autos sind laut TCS brandanfälliger
Grundsätzlich seien ältere Autos brandanfälliger als neue, heisst es beim TCS. Das widerspricht der These, dass die zunehmende Elektronik in neueren Autos eine Rolle spielen könnte.
Zu Bränden kommen kann es laut dem AGVS besonders bei schweren Fahrzeugen - etwa Lastwagen - nach langer Bergauffahrt mit hoher Last und anschliessender Tunneleinfahrt bei stark erhitztem Motor. Gefährlich sind auch lange Bergabfahrten und Tunneleinfahrten wegen heisser Bremsen aufgrund der reduzierten Kühlwirkung im Tunnel kann es zu Bränden kommen. Einige Tunnels setzten daher inzwischen Thermoportale zur Vorerkennung erhitzter Bauteile ein.
Der TCS listet zudem eine ganze Reihe möglicher Ursachen von Fahrzeugbränden auf, etwa undichte Leitungen oder Dichtungen im Kraftstoffsystem, Kurzschlüsse, Marderschäden, auslaufende Treibstoffe oder Öle, heiss gelaufenes Lager sowie eine Unfallfolge.
Hoher Sachschaden
Autobrände sind häufig spektakulär und verursachen hohen Sachschaden, beispielsweise wenn Autos während der Fahrt zu brennen beginnen und nur kurze Zeit später schon voll in Flammen stehen.
Beim TCS heisst es auf Anfrage, dass Brandversuche gezeigt hätten, dass das Feuer normalerweise vom Motorraum bis in die Fahrgastzelle etwa fünf bis zehn Minuten braucht. Brennende Fahrzeuge explodierten im übrigen nie so, wie das in Filmen gezeigt werde.
Anfang März brannte beispielsweise in Mesocco GR das Auto eines 71-jährigen Mannes während der Fahrt. Der Autofahrer konnte aber noch rechtzeitig auf einen Parkplatz fahren, bevor das Fahrzeug vollständig ausbrannte.
Im Januar verursachte der Brand eines Autos in einer Einstellhalle eines Mehrfamilienhauses in Reinach BL eine starke Rauchentwicklung. Die Bewohner mussten in der Nacht ihre Liegenschaft verlassen. Durch das Feuer und die Hitze wurden weitere Fahrzeuge in der Einstellhalle in Mitleidenschaft gezogen. Verletzt wurde niemand.
Keine nationale Statistik
Es gibt keine statistischen Angaben zu Fahrzeugbränden in der Schweiz. Einen Hinweis zu ihrer Häufigkeit liefern Angaben der Versicherer: Bei der Mobiliar, der Nummer eins im Autoversicherungsgeschäft in der Schweiz, sind im vergangenen Jahr 1169 Fahrzeugbrände gemeldet worden.
Bei der AXA waren es rund 700. Bei den beiden grössten Autoversicherungs-Gesellschaft den Schweiz heisst es auf Anfrage, dass die Zahlen in den letzten Jahren ziemlich konstant gewesen sind.
Die Mobiliar unterscheidet dabei nicht zwischen einem vollständigen Fahrzeugbrand oder einem Schaden an elektronischen Bauteilen etwa durch einen Kurzschluss. Keine Zahlen zu Fahrzeugbränden liefert die Zurich, die Nummer 3 im Markt.
Zum gleichen Thema
| ROHSTOFFE, WARENMÄRKTE | 06.04.2026 09:14:49 | Trump droht dem Iran: Ölpreise klettern weiter - Brent kostet 110 Dollar |