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Finanzierungen, Kapitalerhöhungen   16.04.2026 13:07:11

Schweizer Unternehmen stehen vor grosser Refinanzierungswelle

Zürich (awp) - Schweizer Unternehmen wie auch jene in Deutschland und Österreich stehen vor einer grossen Refinanzierungswelle. Laut dem Unternehmensberater AlixPartners werden im kommenden Jahr in der DACH-Region mehr als 150 Milliarden Euro an Unternehmensschulden fällig.

Und davon entfalle ein erheblicher Teil auf Unternehmen ohne Investment-Grade-Rating, wodurch diese mit strengeren Finanzierungsbedingungen und höheren Kapitalkosten rechnen müssten, schreiben die Experten am Donnerstag in einer Studie.

Zinsaufwand steigt

So sei die Ertragslage der Unternehmen im deutschsprachigen Raum nur auf den ersten Blick mit Umsatz- und EBITDA-Steigerungen von über 30 Prozent seit 2019 solide. Denn gleichzeitig hätten sich in diesem Zeitraum die Cashflows kaum erhöht (+1%), der absolute Zinsaufwand liege indes um deutliche 90 Prozent höher.

Mittlerweile würden fast 30 Prozent des freien Cashflows für Zinszahlungen verwendet, 2019 habe der Anteil nur rund 15 Prozent betragen. Für Investitionen in Digitalisierung, Dekarbonisierung und Innovation bleibe somit immer weniger Spielraum.

Finanzierungskosten trotz tiefer Leitzinsen hoch

Trotz der jüngsten Leitzinssenkungen und mit einem SNB-Leitzins von 0 Prozent blieben die langfristigen Finanzierungskosten hoch, so AlixPartners weiter. Auch Private Debt als alternative Finanzierungsquelle verliere an Verlässlichkeit. Mehrere grosse Kreditfonds hätten ihre Auszahlungen seit Jahresbeginn eingeschränkt, wodurch für viele Unternehmen eine wichtige Alternative zu klassischen Darlehen oder Anleihen entfalle.

Die anhaltenden geo- sowie handelspolitischen Unsicherheiten machten es gerade für eine stark exportorientierte Wirtschaft wie die Schweiz mit zudem im Vergleich sehr hohen Personal- und Energiekosten nicht leichter. Zusammen mit selektiv agierenden Kreditgebern könne schnell ein akutes Refinanzierungsproblem entstehen.

Besonders gefordert seien in den kommenden Monaten Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Industrie aber auch dem Dienstleistungssektor. In den DACH-weit am stärksten gestiegenen Insolvenzen zeigten sich bereits erste Auswirkungen.


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