Gurit macht im fortgeführten Geschäft mehr Umsatz im Startquartal
Wattwil (awp) - Der Verbundwerkstoff-Spezialist Gurit hat im ersten Quartal 2026 insgesamt weniger umgesetzt, der Umsatz im fortgeführten Geschäft nahm aber zu. Der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr wird unter Vorbehalt bestätigt.
Der Gruppenumsatz sank zwischen Januar und März um 10,9 Prozent auf 75,9 Millionen Franken, wie Gurit am Donnerstagabend bekanntgab. Dabei haben sich Währungseffekte deutlich niedergeschlagen: In Lokalwährungen hätte das Minus lediglich 2,2 Prozent betragen.
In den fortgeführten Geschäftsbereichen stieg der Umsatz allerdings um 13,8 Prozent auf 74,9 Millionen Franken. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich sogar ein Plus von 25,1 Prozent.
Die Erwartungen der von AWP befragten Analysten wurden mit dem Umsatzwert leicht verfehlt, wobei die Bandbreite der Schätzungen gross war.
Verdoppelung bei Manufacturing Solutions
Im grössten Bereich Wind Materials stieg der Umsatz im fortgeführten Geschäft um 6,8 Prozent auf 40,5 Millionen Franken. Die Geschäftsentwicklung habe die Erwartungen übertroffen, hiess es. Dies sei vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage der westlichen OEM-Kunden zurückzuführen. Das nicht fortgeführte Windgeschäft schrumpfte hingegen auf 0,9 Millionen Franken von 19,3 Millionen Franken im Vorjahresquartal.
Bei Manufacturing Solutions ergab sich sogar eine Verdoppelung auf 12,6 Millionen Franken. Allerdings sei die Vorjahresbasis tief gewesen, schreibt das Unternehmen. Trotz einiger Verzögerungen bei Investitionsentscheidungen von westlichen Kunden hätten andere Kunden ihre Investitionspläne konkretisiert.
Der dritte Bereich Marine & Industrial verharrte derweil bei 21,9 Millionen (+0,1%). Unter anderem das PET-Geschäft sei gut gelaufen, hiess es. Die Prognose für das zweite Quartal sei aber angesichts der geopolitischen Unsicherheiten, die sich negativ auf die Nachfrage nach Booten auswirken, vorsichtig, hiess es.
Ausblick bestätigt
Das Unternehmen bestätigt seine aktuelle Prognose für das Gesamtjahr, behält sich aber eine Anpassung vor, falls sich die Krise im Nahen Osten weiter verschärft. Für das laufende Jahr erwartet Gurit demnach weiterhin ein organisches Umsatzplus in Landeswährungen und bei fortgeführten Geschäften im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Der Einfluss des Iran-Kriegs sei bisher noch begrenzt gewesen, heisst es. Gurit sehe keine Störungen in der Lieferkette und die Auswirkungen auf die Nachfrage seien noch überschaubar.
Indes haben die Aktionäre an der Generalversammlung vom selben Tag laut der Mitteilung allen Anträgen des Verwaltungsrats zugestimmt. So wurde etwa die Dividendenaussetzung angenommen. Der Verwaltungsrat werde die Wiederaufnahme der Dividendenausschüttung erneut prüfen, sobald die Bedingungen dies zulassen würden, hiess es.
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