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Bankrotte, Nachlassstundungen und Konkurse   27.04.2026 08:43:10

Konkursfälle verdoppeln sich im ersten Quartal 2026

Zürich (awp) - In der Schweiz hat sich die Zahl der Konkursfälle von Firmen im ersten Quartal 2026 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig haben auch die Firmengründungen einen historischen Höchststand erreicht.

Die Schweizer Unternehmenslandschaft sei damit von einer aussergewöhnlich hohen Dynamik geprägt, teilte der Wirtschaftsinformationsdienst Dun & Bradstreet am Montag mit. Die gegenläufige Entwicklung von Konkursen und Neugründungen deute dabei auf eine ausgeprägte Marktbereinigung hin und weniger auf eine klassische Konjunkturkrise.

Die Zunahme der Konkurse habe sowohl konjunkturelle als auch regulatorische Gründe, denn sei dem 1. Januar 2025 sei das Bundesgesetz zur Bekämpfung von missbräuchlichem Konkurs in Kraft. Dessen Kern ist die Aufhebung des Behördenprivilegs im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG). Konkret müssen nun öffentlich-rechtliche Forderungen bei im Handelsregister eingetragenen Schuldnern über Konkurs betrieben werden.

Insgesamt haben im ersten Quartal 3074 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als einer Verdoppelung entspricht. Regional gesehen zeigt sich gemäss Dun & Bradstreet ein einheitliches Bild. Vergleichsweise moderat seien die Anstiege in der Zentralschweiz (+77%) und der Nordwestschweiz (+90%) gewesen, am stärksten waren die relativen Zuwächse an Insolvenzen in den Kantonen Thurgau und Basel-Landschaft mit je über 200 Prozent Zunahme.

Branchenmässig waren vor allem Ausbildungsdienste und das Baugewerbe stark von Insolvenzen betroffen. Dun & Bradstreet geht davon aus, dass die Insolvenzen während des gesamten Jahres weiter steigen werden.

Hohe Gründungsdynamik bei steigenden Risiken

Die Gründungsaktivität zeigt sich derweil in vielen Bereichen weiterhin robust, wobei sich auf Branchenebene ein differenziertes Bild ergibt. Deutlich zugenommen haben die Neugründungen im Versorgungswesen (+41%) sowie bei der Herstellung von nicht haltbaren (+33%) und haltbaren Gütern (+24%). Rückläufig war hingegen die Gründungsaktivität im Grosshandel oder in der Holz- und Möbelindustrie.


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