Sandoz wächst im ersten Quartal trotz Antibiotika-Gegenwind
Basel (awp) - Sandoz ist im ersten Quartal 2026 weiter gewachsen, wurde jedoch durch Belastungen im Antibiotika-Geschäft gebremst. Der Generikahersteller bestätigt gleichwohl den Jahresausblick.
Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 2,76 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt resultierte aber nur ein Plus von 3 Prozent und damit ein Wert am unteren Ende der Erwartungen. Ohne die Belastungen im Antibiotika-Geschäft hätte das Wachstum im Rahmen der Unternehmensprognose gelegen.
Firmenchef Richard Saynor verwies auf den anhaltenden Preisdruck im Penicillin-Geschäft. "Ein zentrales Problem ist der Wettbewerb durch günstige Wirkstoffimporte aus China", sagte er im Gespräch mit AWP. Diese führten zu einem deutlichen Preisverfall in Europa. Gleichzeitig erschwerten regulatorische Eingriffe in Asien die Marktdynamik zusätzlich.
Versorgung mit Antibiotika
Während die Generika-Sparte in der Folge währungsbereinigt um 3 Prozent schrumpfte, blieb das Biosimilar-Geschäft der zentrale Wachstumstreiber. Die Erlöse legten hier um 18 Prozent zu, wobei insbesondere die Nachfrage in den USA stark war.
Die Belastungen aus dem Penicillin-Geschäft dürften nun "im zweiten Quartal nachlassen und im zweiten Halbjahr vollständig auslaufen", wie Finanzchef Remco Steenbergen sagte. Bereits im zweiten Quartal zeichne sich eine Entspannung ab.
CEO Saynor ist gleichzeitig besorgt über die langfristige Versorgungssicherheit mit Antibiotika in Europa. "Das ist besonders problematisch, da es sich um kritische Infrastruktur handelt", so der Firmenchef. Sandoz betreibt eine der letzten grossen Penicillin-Produktionsstätten im Westen.
Die bisherigen Verhandlungen mit europäischen Regierungen seien frustrierend verlaufen. "Sollte sich die Situation nicht verbessern, kann langfristig auch eine Reduzierung oder sogar Einstellung der Produktion nicht ausgeschlossen werden", warnt Saynor.
Ausblick bestätigt - GLP-1 voraus
Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Sandoz erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Verbesserung der operativen Marge um rund 100 Basispunkte - 2025 lag die Core-EBITDA-Marge bei 21,7 Prozent.
Zusätzliche Impulse werden mittelfristig auch von neuen Generika erwartet, etwa im Bereich der GLP-1-Medikamente, auch wenn 2026 noch kein wesentlicher Umsatzbeitrag eingeplant ist. "Wir bleiben bei unserer Prognose, dass wir noch in diesem Jahr mit einem Angebot auf den Markt kommen werden, zunächst in Kanada und Brasilien", so Saynor.
An der Börse wurden die Zahlen mit Gewinnmitnahmen quittiert. Am frühen Nachmittag gaben die Papiere um 1,8 Prozent nach. Marktbeobachter verweisen gleichzeitig auf die starke Performance der Aktien im laufenden sowie im vergangenen Jahr.
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