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Personalien, Management, Verwaltungsrat   02.08.2026 17:24:56

Deutsche Bahnchefin rügt Leistungsmängel im Management

BERLIN (awp international) - Bahnchefin Evelyn Palla hat die mangelnde Leistungsbereitschaft von Führungskräften in ihrem Unternehmen angeprangert. "Die Leistungskultur der Vergangenheit war für die Performance der Bahn nicht ausreichend, das wollen wir ändern", sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn der "Welt am Sonntag". Es sei mehr Energie zum Erklären der Probleme verwendet worden als zu deren Lösung. "Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit. Das muss der Vergangenheit angehören."

Palla hat nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr mit einem Konzernumbau begonnen, der unter anderem eine Verschlankung der Zentrale und eine Verlagerung von Verantwortung in die Fläche vorsieht. "Wir haben viele Ebenen in der Verwaltung gestrichen. Aber das allein macht noch keine bessere Bahn. Verändern wird sich erst etwas, wenn sich das Management verändert, wenn Verantwortung in den dezentralen Einheiten auch wahrgenommen und gelebt wird", fügte sie hinzu. "Leistung beginnt ganz oben - zuerst bei mir selbst. Dann beim Konzernvorstand. Wir sind die erste Ebene, die das verkörpern und vorleben muss", stellte die Bahnchefin heraus.

Pünktlichkeit bei 59 Prozent - Palla: "Kein guter Wert"

Im ersten Halbjahr waren lediglich 58,7 Prozent der Fernzüge der Bahn pünktlich unterwegs. "Das ist kein guter Wert. Da müssen wir auch nichts beschönigen", sagte Palla in dem Gespräch. Allerdings hätten in drei Viertel der Fälle die Verspätungen unter 15 Minuten gelegen. "Auch wenn wir insgesamt noch nicht zufrieden sind, dürfen wir die Deutsche Bahn nicht immer schlechter reden, als sie ist", meinte Palla.

Ein Fernzug geht bei der Deutschen Bahn ab einer Verzögerung von sechs Minuten in die Verspätungsstatistik ein. Zugausfälle hingegen werden in der betrieblichen Pünktlichkeit - sie misst, wie viele Züge in einem bestimmten Zeitraum pünktlich am Ziel ankamen - nicht berücksichtigt. Für das laufende Jahr hatte Palla ein Pünktlichkeitsziel von mindestens 60 Prozent ausgegeben. Bisher fährt die Bahn diesem Ziel hinterher.

Palla würde dem eigenen Unternehmen deshalb bei der Zuverlässigkeit die Schulnote 4 minus, insgesamt aber eine 3 geben. "Wir werden oft nur an der Pünktlichkeit im Fernverkehr gemessen, das ist aber nur das halbe Bild", sagte sie.


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