Amrize-Aktie bricht nach Zahlenvorlage ein
Zürich (awp) - Die Amrize-Aktie ist am Freitag an der Schweizer Börse mit klar tieferen Notierungen in den Handel gestartet und hat die Abgaben in der Folge ausgeweitet. Der auf den nordamerikanischen Markt fokussierte Baustoffkonzern hat am Donnerstagabend ein durchwachsenes Zahlenset zum zweiten Quartal vorgelegt. Einer dynamischen Umsatzentwicklung stehen gestiegene Kosten und Margendruck gegenüber. An der Börse fallen dabei auch angesichts des längst nicht gelösten Nahost-Konflikts die Kostensorgen ins Gewicht.
Gegen 09.20 Uhr büssen die Amrize-Papiere 7,9 Prozent auf 38,47 Franken ein und rutschen somit auf Jahressicht tiefer ins Minus (-12%). Demgegenüber verbucht der Gesamtmarkt ein Plus: Der SMI gewinnt aktuell 0,2 Prozent hinzu.
Amrize hat im zweiten Quartal sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis gesteigert. Dabei fiel der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA allerdings hinter die Erwartungen der Analysten zurück. Die Guidance für das Gesamtjahr dazu hat das vor gut einem Jahr von Holcim abgespaltene Unternehmen gesenkt, jene zum Umsatz leicht erhöht.
Die Gruppe habe zwar eine unerwartet starke Umsatzdynamik an den Tag gelegt, die steigenden Kosten für Fracht, Diesel und Rohmaterial habe Amrize damit aber nicht vollumfänglich auffangen können, heisst es im Kommentar der ZKB. Die reduzierte EBITDA-Guidance liege nun um rund 3 Prozent unter den Konsenserwartungen. Das belaste die Aktie.
Die durch den Nahost-Konflikt gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise und die damit einhergehende Kosteninflation hätten stärker als angenommen auf die Margen gedrückt, halten auch die RBC-Experten fest. Dies sowie die eingeengte und damit tiefere EBITDA-Prognose seien Argumente, um die Aktie abzustossen. Belastend komme der anhaltende Druck auf die Preisentwicklung von Zement hinzu.
Das Zahlenset von Amrize sei gemischt ausgefallen, heisst es im Kurzkommentar von JPMorgan. Der vom Bauboom bei Datenzentren, Energie- und Infrastrukturanlagen gestützten kräftigen Nachfrage nach Baustoffen stehe ein anhaltender Margendruck gegenüber. Die Analysten befürchten, dass der Kostendruck in Zukunft so bald nicht abnehmen dürfte.
Zwar werde Amrize die Preise anheben, um damit den Kostenanstieg zu kompensieren. Da Preiserhöhungen aber erst mit Verzögerung wirken, dürfte die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte 2026 unter Druck bleiben, fügen die Analysten der Bank Vontobel an. Die revidierte EBITDA-Prognose impliziere beim Konsens eine Abwärtsrevision im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Zum gleichen Thema
| NEUE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN | 07.08.2026 16:31:13 | Undefinierbarer Geruch führt zu Zwischenlandung von Lufthansa-Flieger |