Infomaniak mit hohen Kursschwankungen an Schweizer Börse gestartet
Zürich (awp) - An der Schweizer Börse haben am Donnerstag die Titel des Genfer Cloud- und IT-Dienstleister Infomaniak einen Start mit hohen Kursschwankungen hingelegt. Nach einem ersten Kurs von 56 Franken und einem zwischenzeitlichen Anstieg bis auf 140 Franken schlossen die Titel schliesslich bei 85 Franken.
Insgesamt wechselten am ersten Handelstag knapp 111'000 Aktien des Börsenneulings die Hand, was einem Handelsvolumen von etwa 8,9 Millionen Franken entsprach. Auf Basis der ausstehenden rund 4,7 Millionen Aktien ergibt sich für das unter dem Tickersymbol "INFO" kotierte Unternehmen ein Börsenwert von etwa 397 Millionen Franken.
"Wir liegen mit der Unternehmensbewertung über der vorgesehenen Spanne. Das ist ein schöner Börsenstart", sagte Infomaniak-Chef Marc Oehler nach der Eröffnung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Welche Handelsvolumen sich einpendelten, werde sich erst in einigen Wochen zeigen, ergänzte Investor-Relations-Chef Eric Babecoff. "Der Markt muss die Informationen zunächst verdauen."
Umgekehrte Übernahme
Infomaniak gelangte nicht über einen klassischen Börsengang (IPO), sondern über ein sogenanntes Reverse Takeover (RTO) an den Schweizer Aktienmarkt. Das Genfer Unternehmen hatte dafür die Kontrolle über die bereits kotierte Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval übernommen. Vergangene Woche hatte die Perrot Duval-Generalversammlung der Umbenennung in "Infomaniak" und der Änderung des Gesellschaftszwecks zugestimmt.
Das Vorgehen habe einen einfacheren und schnelleren Börsengang ermöglicht als ein klassisches IPO, sagte CEO Oehler. Die Idee einer Kotierung habe das Unternehmen aber schon länger verfolgt. Damit sollen unter anderem der Zugang zu neuem Kapital erleichtert, das langfristige Wachstum finanziert und die Möglichkeit für Mitarbeiterbeteiligungen geschaffen werden.
Antwort auf US-Cloudanbieter
Die vor über 30 Jahren gegründete Infomaniak will laut ihren Angaben eine "nachhaltige und souveräne" europäische Cloud schaffen und sich damit als Antwort auf die grossen US-Cloudanbieter positionieren. Die Börsenkotierung sieht Infomaniak zugleich den Startschuss für eine weitere Expansionsphase.
Geplant seien weitere Investitionen in die Infrastruktur, sagte der CEO. Das nächste Rechenzentrum werde in der Schweiz gebaut. Mittelfristig schliesse Infomaniak aber auch Standorte im Ausland nicht aus. Als möglichen Markt nannte der Chef Frankreich. Das vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über mehr als eine Million Kunden. Der Umsatz belief sich 2025 auf 54 Millionen Franken.
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