Frankreich rüstet sich für neue landesweite Proteste
PARIS (awp international) - In Frankreich werden an diesem Samstag erneut Massenproteste erwartet. Die Behörden halten dabei an Ausgangssperren und Beschränkungen für Kundgebungen fest. An zentralen Orten in Paris gibt es etwa nachts örtlich begrenzte Ausgangssperren. Wegen befürchteter Ausschreitungen sprachen die Behörden zudem für Demonstrationsrouten im Stadtzentrum zunächst ein Verbot aus und genehmigten sie nur weiter ausserhalb.
Das Verwaltungsgericht von Paris entschied allerdings, dass die vom Gewerkschaftsverband CGT angemeldete Route zwischen dem Place de la Bastille und dem Place de la Nation in der Innenstadt stattfinden dürfe, wie Medien am Abend berichteten. Innenminister Laurent Nuñez gab an, dass Berufung gegen die Entscheidung eingelegt werde.
Der Minister sprach darüber hinaus davon, dass der Tag ein "sehr grosses Risiko" berge. Es gebe äusserst beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen und Ausschreitungen. Er kündigte ein grosses Polizeiaufgebot an. Die Behörden rechnen nach seinen Angaben wieder mit Hunderttausenden Teilnehmenden. Am vergangenen Wochenende waren 70.000 Beamte gegen Randalierer und Plünderer im Einsatz.
Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten in Frankreich haben sich seit Mitte Oktober weitere Gruppen angeschlossen, unter anderem um gegen hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren. Nach schweren Ausschreitungen am Rande von Kundgebungen am 17. Oktober konnte die Polizei erneute Gewalt am vergangenen Samstag überwiegend verhindern.
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