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Volkswirtschaft   05.09.2026 14:01:12

KI-Rechenzentren eröffnen Versicherern Milliardenpotenzial

Monte Carlo/Zürich (awp) - Künstliche Intelligenz, der Bau von Rechenzentren und Investitionen in die Energiewende sind aktuell wichtige Treiber der Weltwirtschaft und eröffnen auch der Versicherungsbranche ein Milliardenpotenzial. Das Geschäft ist aber nicht frei von Risiken.

Die Weltwirtschaft stehe vor einem neuen Investitionszyklus, heisst es in der am Samstag am Branchentreffen in Monte Carlo publizierten Sigma-Studie. Nach Jahren steigender Investitionen in digitale Anwendungen fliesse zunehmend Kapital in Stromnetze, Batteriespeicher, erneuerbare Energien, KI-Rechenzentren oder Halbleiterfabriken.

Für die Versicherer eröffnet dieser sogenannte Capex-Superzyklus ein grosses Wachstumspotenzial. Der Bau und Betrieb von KI-Rechenzentren dürfte bis 2030 kumulierte Prämieneinnahmen von rund 91 Milliarden US-Dollar generieren, so die Studie. Und Investitionen in erneuerbare Energien dürften Prämien von rund 111 Milliarden Dollar hervorbringen.

Dabei entstehe die Nachfrage nach Versicherungsdeckung bereits während der Bauphase. Langfristig fliesse aber vor allem durch das Geschäft mit den Betriebsrisiken der neuen Anlagen Geld in die Kassen der Versicherer.

___ Steigende Nachfrage in mehreren Sparten

Nach Sparten steigt mit dem Aufbau physischer Infrastruktur die Nachfrage nach Sach-, Betriebsunterbrechungs- und Haftpflichtdeckungen. Dabei werden die Risiken komplexer, weil die Anlagen teilweise mehrere Milliarden Dollar wert, technologisch anspruchsvoll und allenfalls vernetzt sind und es noch kaum Erfahrung zu Schäden gibt.

Vor allem bei KI-Rechenzentren entstehe ein neues Akkumulationsrisiko, so die Experten. Die Anlagen würden dort gebaut, wo Energie günstig sei, ausreichend Land und Wasser zur Verfügung stünden und die Anbindung gut sei. Zudem seien sie von gemeinsamen Stromnetzen, Telekommunikationssystemen, Cloud-Infrastruktur und Lieferketten abhängig.

___ Grossschäden drohen

Damit könne ein einzelner Ausfall gleichzeitig mehrere Versicherte, Branchen und Deckungen treffen, warnen die Experten. Die Frage der Versicherbarkeit sei daher von grösserer Bedeutung als etwa die Verfügbarkeit von Kapital. Fortschritte im Underwriting sollen helfen, die neuartigen Risiken besser einzuschätzen.

Die Risiken gelte es, auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine zentrale Rolle komme dabei den Rückversicherern zu, ist man beim Branchenprimus Swiss Re überzeugt. Sie stellen Kapazität bereit, helfen bei der Steuerung von Kumulrisiken und decken Extremrisiken. Bei besonders grossen und vernetzten Anlagen gewännen gestaffelte Programme, Syndizierung und alternative Kapitalquellen an Bedeutung.


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