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Markt und Börse   26.01.2026 18:15:24

Aktien Schweiz Schluss: Zum Schluss erholt - Verunsicherung bleibt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach einem schwachen Start im Verlauf die Verluste wieder aufgeholt und praktisch unverändert geschlossen. Händler beschrieben die Stimmung wegen der geopolitischen Risiken und der US-Handelspolitik als gedrückt. So hat die US-Regierung nun Kanada mit einem Zoll von 100 Prozent gedroht, falls das Land ein Handelsabkommen mit China abschliessen sollte. Daneben hätten sich die Börsianer wegen der nun an Fahrt gewinnenden Berichtsaison in Europa und vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch vorsichtig verhalten.

Insgesamt sei der Markt nach dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und den Geschehnissen rund um Grönland auf Richtungssuche, hiess es. "Es wurde sehr viel Geschirr zerschlagen. Das kittet sich nicht so schnell wieder", meinte ein Händler. Daher steuerten die Anleger weiterhin sichere Häfen wie den Franken oder die Edelmetalle Gold und Silber an. So wurde die Feinunze Gold erstmals über 5100 Dollar gehandelt und der Franken hat zum Greenback ebenfalls ein neues Hoch gesetzt. Das sei Anlass zur Sorge, hiess es weiter. Denn dies seien Krisen-Indikatoren. "Die Leute verlassen den Dollar", meinte ein Händler dazu.

Der SMI schloss nach einem Tagestief bei 13'059 Punkten um 0,04 Prozent niedriger auf 13'142,02 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI ermässigte um 0,18 Prozent auf 2127,86 und der SPI ebenfalls um 0,18 Prozent auf 18'188,61 Zähler. Im SLI standen 21 Verlierer neun Gewinnern gegenüber.

Im Fokus standen die schwergewichtigen Nestlé-Aktien (-0,9%). Sie standen zeitweise massiv wegen des "Baby-Milch-Skandals" unter Druck, konnten zum Schluss das Minus aber noch etwas eingrenzen. In Frankreich laufen Behördenuntersuchungen im Zusammenhang mit Babynahrung und Todesfällen, obwohl noch kein direkter Zusammenhang bestätigt ist. Das erhöhte aber die Unsicherheit und belastete den Titel. Damit war Nestlé aber nicht allein: Auch die Aktien der französischen Danone büssten deswegen deutlich Terrain ein.

Auf der anderen Seite erhielten auch die Roche-Bons (+0,7%) viel Aufmerksamkeit. Nach einem Taucher zu Beginn setzte der Kurs zu einer Erholung an. Grund dafür waren Produktnachrichten. So hat Partner Sarepta positive Studiendaten zu Elevidys veröffentlicht und Roche hat in Kanada eine Zulassung für das Medikament Gazyva erhalten. Die Anteile von Roche-Rivale Novartis (+0,2%) waren ebenfalls etwas fester.

Aufwärts ginge es zudem mit den Aktien von Holcim (+1,4%). Hier dürfte eine optimistische Branchenstudie aus dem Hause JP Morgan geholfen haben, hiess es. Auch UBS (+0,4%) waren dank positiven Analystenkommentaren und des positiven Branchentrends gefragt.

Dagegen verloren mit Julius Bär (-1,7%) und Partners Group (-1,6%) zwei Finanztitel an Wert. Auch Kühne+Nagel (-1,5%) und Richemont (-1,2%) gaben deutlich nach. Die 2025 sehr gut gelaufenen Galderma (-0,9%) und Sandoz (-1,4%) fielen ebenfalls zurück.

Bei ABB (+1,1%), Logitech (+1,1%), Givaudan (+0,2) und auch Roche berichteten Händler von Käufen vor den im Laufe der Woche anstehenden Ergebnissen 2025. Derweil dürften Lonza (-0,6%) aus demselben Grund verkauft worden sein, meinte ein Händler.

Im breiten Markt gaben Inficon (-2,0%) und Skan (-4,2%) nach Zahlen nach. Dagegen ging es mit Bachem (+6,4%) dank einer Kurszielerhöhung von RBC deutlich nach oben. Gurit (+12,4%) profitierten von weiteren Anschlusskäufen nach der jüngst erhöhten Margenprognose.

Dagegen zeigte sich die schwindende Risikoneigung der Anleger ausgeprägter bei kleineren Pharmapapieren wie Addex (-9,0%), Kuros (-6,2%), Idorsia (-7,3%), Bioversys (-5,4%) oder Santhera (-5,1%).

DocMorris (-5,5%) sackten nach einer Kurszielsenkung der UBS ab. Bei AMS Osram (-4,8%) belastete eine solche von Kepler Cheuvreux.

Und den Flughafen Zürich (-0,7%) drückte ebenfalls ein Kommentar den Kurs. JPMorgan stufte den Titel auf "Neutral" von "Overweight" herab.


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