Aktien Schweiz Schluss: Leichte Gewinne - Swatch stark nach Zahlen
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag, dem letzten Handelstag im Januar, etwas fester geschlossen. Dabei hat der Leitindex SMI nach einem verhaltenen Start zunächst zugelegt, dann aber nach US-Konjunkturzahlen die Gewinne zu einem Grossteil wieder abgegeben. Zuletzt konnte sich der Markt noch über dem Vortagesniveau stabilisieren. Damit verbuchte der SMI eine leicht positive Wochenbilanz, aber eine leicht negative Entwicklung seit Jahresanfang. Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Swatch bzw. ihre starke Kursreaktion nach Zahlenvorlage sowie die massive Preiskorrektur beim Gold nach dem starken Rally seit Jahresanfang.
Als Grund für die am Nachmittag nachgebenden Kurse nannten Händler die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger des abtretenden US-Notenbankchefs Jerome Powell. Dieser gelte eigentlich als Vertreter einer eher restriktiven Geldpolitik, soll sich allerdings zuletzt Medienberichten zufolge offen für niedrigere Zinsen gezeigt haben. Ob Warsh tatsächlich den Wünschen von Trump nach niedrigeren Zinsen folge, bleibe abzuwarten, meinte Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Es gehe dabei ja auch um die Stabilität des US-Finanzsystems.
Der SMI schloss nach einem Tageshoch auf 13'238 Punkten noch um 0,31 Prozent fester auf 13'188,26 Punkten. Damit liegt der SMI nur um 0,3 Prozent über dem Stand vom vergangenen Freitag, seit Jahresanfang büsste er rund 0,6 Prozent ein. Dabei hatte der SMI Mitte Januar mit 13'529 Punkten noch ein klares Rekordhoch verbucht.
Der 30 Titel umfassende SLI rückte um 0,20 Prozent vor auf 2119,82 und der breite SPI um 0,33 Prozent auf 18'220,41 Zähler. Im SLI schlossen zwölf Werte tiefer und 18 legten zu.
Im Fokus standen die Aktien von Swatch (+13,4%), auch wenn sie nicht mehr im SLI geführt werden. Der Uhrenhersteller verbuchte 2025 zwar einen massiven Gewinneinbruch. Aber der Markt konzentrierte sich offenbar auf die Erholungszeichen zum Jahresende hin, als sich das Momentum noch beschleunigte, und auf den dazu passenden Ausblick. Ein Händler erwähnte zudem "stille Reserven" bei Swatch. Das Unternehmen halte grosse Edelmetallvorräte, die anscheinend nach dem Goldrun nicht neu bewertet worden seien.
Damit habe Swatch auch den Aktien vom Konkurrenten Richemont die Show gestohlen, die "nur" um 1,2 Prozent zulegen konnten, wie ein Händler sagte.
An der SLI-Spitze standen Givaudan (+2,1%), die sich von ihren Vortagesverlusten erholten. Gefragt waren ausserdem auch die zuletzt abgestraften Aktien von Straumann (+1,6%), Alcon (+0,9%), Galderma (+0,7%). Auch die Versicherer Swiss Re (+0,5%), Zurich (+0,1%) sowie Swiss Life (+0,1%) waren etwas höher.
Dagegen setzten die Aktien von Logitech (-1,1%) und Lonza (-1,7%) den Abwärtstrend seit Zahlenvorlage früher in der Woche fort. Logitech ist mit einem Minus von bald einem Fünftel seit Jahresanfang der schwächste Wert im SLI.
Unterschiedlich entwickelten sich die Bankaktien. Während Julius Bär (+0,8%) vor den am Montag anstehenden Zahlen 2025 gesucht waren, büssten UBS (-0,5%), die am Mittwoch ihr Ergebnis vorlegen werden, an Wert ein.
Richtungslos zeigten sich die Technologiewerte: Während die Kurse von VAT (+0,5%), Comet (+1,5%) und AMS Osram (+0,3%) anzogen, gaben neben Logitech auch Cicor (-1,2%) und Inficon (-1,3%) nach. VAT ist im neuen Jahr mit einem Plus von 30 Prozent der grösste Gewinner im SLI.
Auf den hinteren Rängen rückten die Aktien von StarragTornos um 1,3 Prozent vor. Grund dafür waren Vorabzahlen. Demnach hat der Maschinenbauer mit dem Auftragseingang vor allem im Bereich Aerospace/Defense gepunktet.
Adecco (+5,2%) wurden laut einem Händler im Zuge eines europaweit positiven Branchentrends gekauft.
Die Aktien von Interroll (+0,5%), die Vortag nach Zahlen getaucht waren, konnten sich wenigstens stabilisieren. Bei den Aktien von Gurit (-7,4%) hielten die Gewinnmitnahmen an. Die Aktie hatte sich seit Anfang Jahr fast verdoppelt.
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