Marktgespräch 24. Februar: Barry Callebaut, Temenos
Zürich (awp) - Am Schweizer Markt wird heute u.a. über folgende Themen gesprochen (Kursveränderungen 10.20 Uhr):
BARRY CALLEBAUT (+4,2% auf 1501 Fr.): Entgegengesetzte Kräfte
Seit ihrem Rücksetzer im November haben die Aktien des weltgrössten Schoggi-Herstellers ein Kursplus von etwa 50 Prozent gesehen. Das ist für so einen kurzen Zeitraum durchaus beachtlich. Als Stütze erwies sich dabei auch der deutlich gesunkene Kakaopreis. Für die Experten von Goldman Sachs ist die Aussicht auf sinkende Produktionskosten im laufenden und kommenden Jahr denn auch ein Ansatzpunkt für einen gewissen Optimismus für die Branche. Denn die sinkenden Kosten sollten es der Branche ermöglichen, zu einem guten Volumenwachstum zurückzukehren, nachdem sie zuletzt vor allem dank Preiserhöhungen gewachsen war. Im Fall von Barry Callebaut habe das Volumenwachstum historisch bei etwa 4 Prozent pro Jahr gelegen. Der seit Jahresbeginn amtierende neue CEO Hein Schumacher habe denn auch schon signalisiert, dass Volumen Priorität haben. Die Goldman-Analysten empfehlen die Aktien auch weiterhin zum Kauf. Eine gewisse Vorsicht scheint aber dennoch geboten zu sein. Wie die "FuW" in ihrer Wochenendausgabe schrieb, rangiert Barry Callebaut auch ganz oben auf der aktuellen Top-Ten-Liste der leerverkauften Schweizer Aktien. Damit könnten die Papiere also durchaus recht schnell auch wieder unter Druck geraten.
TEMENOS (-1,7% auf 62,55 Fr.): Wann endet die Abwärtsbewegung?
Für die Temenos-Aktie verlief das neue Jahr bisher alles andere als rosig. Seit der überraschenden Bekanntgabe von Eckdaten für 2025 Mitte Januar geht es steil bergab. Befeuert wurde der Absturz zusätzlich von der um sich greifenden KI-Angst. Neue KI-Agenten seien inzwischen in der Lage, softwarebezogene Aufgaben zu übernehmen und gefährdeten damit den über Jahre aufgebauten Wettbewerbsvorsprung vieler Softwareunternehmen, befürchten Experten. Gerade die grossen US-Konzern kamen in letzter Zeit unter Druck und zogen damit auch hierzulande entsprechende Branchenvertreter in die Tiefe. Nun legt Temenos am heutigen Abend seine endgültigen Zahlen vor und präsentiert - was wohl wichtiger ist - den Ausblick auf 2026. Analysten sind noch unsicher, inwieweit die Einführung von KI auch im Bankensektor die Dynamik verändern wird. Und während beispielsweise die Citigroup von einem wie im letzten Jahr eher vorsichtigen Guidance ausgeht, ist Oddo durchaus optimistisch. Die Experten erwarten Impulse durch die Erneuerung grosser Verträge sowie das Auslaufen negativer Sondereffekte. Sollte der Sondereffekt "KI-Angst" dann auch vom Markt ausreichend eingepreist sein, könnte sich die Aktie vielleicht an einer Bodenbildung versuchen. Und mit dem morgigen Investorentag bekommt Temenos eine zusätzliche Gelegenheit, die Anleger zu beruhigen.
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