Nach Gewinnanstieg: Fresenius will weiter profitabel wachsen
BAD HOMBURG (awp international) - Fresenius hat dank Einsparungen und einem guten Lauf bei der Pharmatochter Kabi und dem Klinikgeschäft im vergangenen Jahr im Tagesgeschäft mehr Gewinn erzielt. "Wir sind überzeugt, dass wir auch weiterhin profitabel und nachhaltig wachsen werden", sagte Unternehmenschef Michael Sen laut Mitteilung am Mittwoch in Bad Homburg. Der Dax-Konzern kündigte zudem einen Wechsel an der Spitze seiner Kliniksparte Helios an. Die Aktie sank vorbörslich, denn nach ersten Einschätzungen von Beobachtern fielen die Zahlen für das Schlussquartal und der Ausblick durchwachsen aus.
Das Papier sackte auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schluss um fast vier Prozent ab. Vorangegangen waren bereits Verluste am Vortag. Da war das Papier im Zuge des schwachen Ausblicks von Fresenius Medical Care (FMC ) gefallen, Fresenius ist an dem Dialysespezialisten beteiligt. Tendenziell hat die Fresenius-Aktie aber einen guten Lauf. Parallel zum von Sen eingeläuteten Konzernumbau hat sich der Kurs in den vergangenen drei Jahren fast verdoppelt. Vorangegangen war allerdings auch ein scharfer Kursknick. Mittlerweile kostet ein Papier zwar wieder rund 50 Euro, zum bisherigen Rekord von Mitte 2017 bei mehr als 80 Euro ist es aber noch weit.
"2025 war ein entscheidendes Jahr für Fresenius", sagte Sen laut Mitteilung. Der Konzern habe dank der konsequenten Umsetzung seiner Strategie die im Jahresverlauf erhöhte Prognose erreicht und das Jahr mit einem weiteren "hervorragenden Quartal" abgeschlossen. In den zwölf Monaten kletterte so das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) um etwas mehr als vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Damit traf der Pharmakonzern und Krankenhausbetreiber in etwa die Erwartungen am Markt, das Schlussquartal lag moderat darunter.
Zum Ergebniswachstum im letzten Jahresviertel trugen beide Standbeine des Konzerns bei. Zahlreiche Belastungen etwa durch US-Zölle und Wechselkurse und der Wegfall der Energiehilfen für die deutschen Kliniken hätten mehr als ausgeglichen werden können.
Mit einem Plus von fast einem Viertel konnte die Kliniksparte Helios besonders deutlich ihr operatives Ergebnis verbessern, dort kamen - wie zuvor angekündigt - positive Effekte des Sparprogramms zum Tragen. Zudem profitierte der Bereich von einem Rechnungszuschlag für gesetzlich Versicherte und einem Umsatzplus in den deutschen und spanischen Kliniken. Auch bei Kabi hätten sich weitere Effizienzmassnahmen positiv ausgewirkt. Fresenius erhöhte in diesem Zusammenhang das längerfristige Margenziel für Kabi leicht.
Seinen Aktionären will das Unternehmen nun für 2025 eine Dividende von 1,05 Euro zahlen, nachdem für das Vorjahr 1,00 Euro geflossen war.
Konzernweit setzte Fresenius im vergangenen Jahr knapp 22,6 Milliarden Euro um, dies war ein Plus von 5 Prozent. Organisch betrug der Zuwachs 7 Prozent. 2026 soll der Erlös aus eigener Kraft nun um 4 bis 7 Prozent zulegen. Zugleich peilt Konzernchef Michael Sen einen höheren Verdienst im fortgeführten Geschäft an. Die neu eingeführte Kennziffer Kernergebnis je Aktie soll in diesem Jahr währungsbereinigt um 5 bis 10 Prozent steigen. Herausgerechnet sind hier Sondereffekte und die Beteiligung FMC. 2025 war der Kerngewinn zu konstanten Wechselkursen um 12 Prozent auf 2,87 Euro je Papier angezogen.
Wie Fresenius weiter mitteilte, soll Christian Pawlu zum 1. Juli als neuer Leiter der Kliniksparte Helios in den Vorstand einziehen. Der bisherige Helios-Lenker Robert Möller soll künftig das Büro der Unternehmensleitung in Berlin und Brüssel aufbauen.
Unterdessen wird der Vertrag für Chef Sen vorzeitig um weitere fünf Jahre bis 2031 verlängert. Der frühere Siemens- und Eon-Manager leitet seit Oktober 2022 die Geschicke des Unternehmens, zuvor war er seit April 2021 Leiter der Pharmatochter Kabi. Sen hat das Unternehmen in den vergangenen gut drei Jahren seiner Amtszeit aus schwierigem Fahrwasser gesteuert und neu ausgerichtet. Randgeschäfte wurden verkauft, Strukturen verschlankt, und Fresenius zog sich weitgehend aus der verlustträchtigen österreichischen Tochter Vamed zurück.
Auch wurde die frühere enge Verflechtung mit dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care gelöst - inzwischen wird die frühere Blutwäsche-Tochter nur noch als Finanzbeteiligung mit einem Anteil von rund 29 Prozent geführt. Damit schnitt Sen den Konzern auf die Kabi und Helios zu, wo er parallel dazu Effizienzprogramme einläutete. Dem Umbau vorangegangen waren bei Fresenius mehrere Gewinnwarnungen, vorrangig im Zusammenhang mit FMC.
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