Lonza verkauft CHI für mindestens 3 Milliarden - aber in Raten
Basel (awp) - Lonza vollzieht den letzten Schritt zu einem reinen Auftragsfertiger für die Pharmaindustrie. Der Verkauf des Geschäfts mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln wird den Baslern 3 Milliarden Franken oder mehr einbringen - aber erst in einigen Jahren.
Lonza-Chef Wolfgang Wienand hatte die Division mit dem Namen Capsules & Health Ingredients (CHI) im Dezember 2024 zum Verkauf ins Schaufenster gestellt. Es war eine seiner ersten Amtshandlungen, nachdem er im Sommer davor das Szepter bei Lonza übernommen hatte.
"Jetzt können wir den Deal etwas mehr als ein Jahr später ankündigen", sagte Wienand am Freitagabend. Die Division soll im zweiten Semester 2026 an die Private-Equity-Gesellschaft Lone Star Funds gehen. Sie steuerte 2025 mit knapp 1,1 Milliarden Franken gut 14 Prozent zum Konzernumsatz bei.
Kaufpreis mit Aufwärtspotential
Ganz wird Lonza die CHI-Division aber noch nicht los: Lonza erhält von Lone Star erst einmal 1,7 Milliarden Franken vorab auf die Hand. Eine Beteiligung von 40 Prozent bleibt vorerst noch bei Lonza.
Diese 40 Prozent hätten heute einen Wert von weiteren 0,3 Milliarden Franken, erklärte Finanzchef Philippe Deecke. Lone Star wird das CHI-Geschäft aber in Private-Equity-Manier in den nächsten Jahren weiterentwickeln und es später möglichst gewinnbringend wieder losschlagen.
Und für diesen "Exit" in der Zukunft hat sich Lonza eine Vorzugsbeteiligung gesichert. "Insgesamt werden wir also mindestens 3 Milliarden Franken für unsere CHI-Division erhalten", sagte Deecke.
Der zweite Teil der Zahlung wird aber nicht so schnell fliessen: "Die übliche Haltedauer von Private Equity sind 5 bis 7 Jahre", erinnerte der CFO.
Geld für die Aktionäre und für das Wachstum
Ganz so lange müssen die Aktionäre von Lonza nicht auf ihren Anteil an dem Deal warten: Lonza wird laut CEO Wienand "spätestens ein Jahr nach dem Closing" einen Aktienrückkauf über 500 Millionen Franken starten.
Den Löwenanteil der Einnahmen wird Lonza aber ins eigene Geschäft stecken. Denn der Konzern investiert viel Geld, um am erwarteten Wachstum des Gesundheitsmarktes teilzuhaben.
Das Netzwerk soll gestärkt werden und punktuell sind auch Übernahmen geplant, sagte Wienand. "Ich bin sicher, wir werden attraktive Investitionsmöglichkeiten ausmachen", so der Lonza-Chef.
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