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Börse: Verlaufsbericht   20.03.2026 11:40:14

Aktien Schweiz: Noch kurzes Durchschnaufen vor dem Wochenende

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zunächst zu einem Erholungsversuch angesetzt. Im Handelsverlauf trübte sich die Stimmung aber stetig ein und er gab die Gewinne wieder vollständig ab. Für etwas Entspannung haben anfänglich die Aussagen von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gesorgt, wonach keine weiteren Energieinfrastrukturen im Iran angegriffen werden sollen. Ansonsten will Israel die Angriffe auf militärische Ziele im Iran wie auch in einigen Nachbarländern fortsetzen.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt zu einer Zurückhaltung aufgerufen. Weiteres Öl ins Feuer gegossen hat indes ein Bericht des US-Onlineportals Axios. Diesem zufolge erwägt die US-Regierung, die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg zu blockieren oder zu besetzen.

Entspannung auf wackeligen Füssen

Von einer nachhaltigen Entspannung könne noch nicht gesprochen werden, so die einhellige Meinung an den Märkten. Die Angriffe auf beiden Seiten gehen unvermindert weiter und die Lage könnte sich jeden Moment weiter zuspitzen. "Dazu reiche schon eine fehlgeleitete Drohne", sagte ein Händler.

Insgesamt ist die Nervosität im Markt leicht rückläufig. So sank der Volatilitätsindex VSMI um 4,4 Prozent. Mit über 22 Punkten bewegt er sich aber immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Unsicherheiten bleiben im Hintergrund weiter bestehen.

Am heutigen grossen Verfallstag sind ansonsten grössere Kursschwankungen nicht unüblich. Jedoch haben laut Händlern schon am Vortag einige Anleger im grösseren Stil verkauft, was etwas Druck wegnahm.

Ölpreis nur temporär tiefer

Die zarten Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran-Krieg liessen den Ölpreis teilweise auf fast 105 US-Dollar das Barrel sinken, nach dem der Preis am Donnerstag noch auf fast 120 Dollar gestiegen war. Im Vormittagshandel ist der Preis stetig gestiegen und notiert aktuell wieder über 110 Dollar.

Auch der Erdgaspreis hat sich stabilisiert, nach einem deutlichen Sprung am Vortag. Verantwortlich war ein iranischer Angriff auf die Erdgas-Infrastruktur von Katar, der für beträchtliche Schäden sorgte.

Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden. Die Strasse von Hormus ist weiterhin zum grössten Teil geschlossen und weitere Angriffe auf die Ölinfrastrukturen rund um den Persischen Golf sind nicht unwahrscheinlich. "Das Risiko einer anhaltenden Versorgungsunterbrechung steigt von Tag zu Tag", so ein Händler. Dies spiegelte sich auch in den Äusserungen der Notenbanken in den letzten Tagen wider, die im Einklang vor einer wieder anziehenden Inflation gewarnt haben.

SMI steuert erneut auch Wochenminus zu

Der Schweizer Leitindex SMI steht um 11.30 Uhr nahezu unverändert bei Plus 0,01 Prozent auf 12'460,91 Punkten. Die Gewinne gingen im Handelsverlauf stetig verloren. Zwischenzeitlich war er Leitindex auf knapp 12'565 Punkte vorgestossen.

Auf Wochensicht zeichnet sich nun ein klares Minus von fast 3 Prozent im SMI ab. Seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen summiert sich das Minus damit auf rund 11 Prozent beziehungsweise rund 1500 Punkte.

Der breite SPI büsst 0,03 Prozent auf 17'375,10 Punkte ein. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gewinnt dagegen 0,04 Prozent auf 2850,77 Punkte.

Gegenbewegung bei zuletzt belasteten Branchen

Zu den grössten Gewinnern zählen baunahe Unternehmen wie Sika, Amrize und Holcim mit einem Plus von bis zu 2,5 Prozent. Durch die Sorgen um eine deutliche Konjunktureintrübung waren sie zuletzt auch die grössten Verlierer. In den hinteren Reihen ziehen auch Implenia (+2,4%) deutlich an. Zusätzlich stützt hier noch ein grosser Bauauftrag.

Bei den Schwergewichten zeigen sich die Pharmariesen Novartis (+0,2%) und Roche (+0,1%) kaum verändert. Anfänglich hatte die angekündigten Übernahme von Novartis für das Krebsforschungsprogramm des US-Biotechunternehmes Synnovation Therapeutics noch Auftrieb gegeben. Nestlé büssen dagegen mit einem Minus von 0,2 Prozent etwas an Boden ein.

Verkauft werden vor allem Firmen aus dem Gesundheitsbereich. Am Ende der Blue Chips finden sich Alcon (-1,4%) und Sonova (-1,1%) wieder.

In den hinteren Reihen geht es mit Mobilezone (+1,6%) nach dem angekündigten Zukauf nur leicht aufwärts. Auch die vom VRP in Aussicht gestellte Erhöhung der Dividende zündete an den Märkten bisher nicht. Nach Zahlen schwächer zeigen sich Cham Swiss Properties (-4,2%).


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