Aktien Schweiz: SMI baut Gewinne leicht aus
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich zu Wochenschluss von seiner freundlichen Seite, obschon eine schnelle Entspannung der Situation im Nahen Osten und damit auch der Ölpreise nicht in Sicht ist. Im Gegenteil, die Lage spitzt sich eher wieder zu: Die iranischen Revolutionsgarden haben zum nationalen Tag der Armee scharfe Warnungen an die USA und Israel gerichtet.
"Der Markt will halt nach oben", sagte ein Börsianer. Daher bleibe das Handelsgeschehen von den Hoffnungen auf ein Ende der Kampfhandlungen geprägt. Für vorsichtigen Optimismus hatte zuletzt die Vereinbarung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gesorgt. Dies könnte einen Stolperstein für ein Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigen.
Die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Israel könnten derweil am Wochenende weitergehen - nach den Worten des US-Präsidenten Donald Trump zumindest. Experten weisen allerdings darauf hin, dass der Krieg noch nicht beendet sei - eine grosse Portion Hoffnung sei aber schon eingepreist.
Die Erwartung, dass die Energiepreise nachhaltig von den erhöhten Niveaus der letzten Wochen sinken, hat sich ebenfalls (noch) nicht erfüllt. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bleibt mit 98,50 Dollar je Fass nahe der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
SMI dreht Wochenperformance ins Plus
Bis 11 Uhr baut der SMI seine Gewinne leicht aus und notiert 0,48 Prozent höher bei 13'236,73 Punkten. Das Börsenbarometer hat damit seinen Rückstand auf die Vorwoche in ein kleines Plus verwandelt. Bei den Blue Chips sind die Gewinner deutlich in der Überzahl. Der SMIM für die mittelgrossen Werte gewinnt 0,54 Prozent auf 3019,13 und der breite SPI 0,50 Prozent auf 18'606,79 Zähler.
An der Spitze kletterten die Aktien der Partners Group um 2,1 Prozent. Der Privatmarktspezialist hat sein achtes Private-Equity-Secondaries-Programm mit Zusagen von über 9,0 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Die etwas höhere Risikobereitschaft der Anleger lässt sich an den Kursgewinnen von Papieren wie Richemont (+1,7%) oder Sika (+1,8%) ablesen. Die Gewinne ziehen sich aber quer durch die Branchen: Logitech (+1,4%), Lonza (+1,0%), Givaudan (+0,9%) sowie Kühne+Nagel (+1,0%) sind ebenfalls weiter vorne in der Gewinnerliste zu finden.
UBS (+0,5%) werden von der wichtigen "Regulierungswoche" mit etwas mehr Vorsicht gehandelt. Ganz am Ende der SMI-Ranglisten finden sich mit Alcon (-0,1%) und Amrize (-0,8%) zwei Papiere mit starken US-Bezug.
Geberit notieren mit einem Abschlag um 0,9 Prozent oder um 4,80 Franken. Die Papiere werden allerdings mit einem Dividendenabschlag von 12,90 Franken gehandelt.
Die defensiven Schwergewichte hinken naturgemäss etwas hinterher. Roche (+0,1%), Novartis (+0,1%) und Nestlé (+0,4%) schneiden unterdurchschnittlich ab. Roche und Nestlé werden kommende Woche ihre Erstquartalszahlen zeigen.
Centiel mit Börsendebüt
Unternehmensnachrichten sind am Berichtstag generell Mangelware. Dafür sorgen Analystenvoten für Bewegung. Bossard etwa (+3,5%) wurde mit einem neuen Rating "neutral" von der Verkaufsempfehlung der UBS befreit.
Barry Callebaut steigen nach einem schwachen Start um 1,7 Prozent. Die Aktien des Schokoladenherstellers Barry Callebaut müssen zwar einen Hagel an Rating- und Kurszielsenkungen über sich ergehen lassen, ausgelöst von einer am Vortag ausgesprochenen Prognosesenkung. Nach dem Minus von mehr als 15 Prozent am Vortag hätten sich aber trotzdem die ersten Schnäppchenjäger vorgewagt, sagten Marktbeobachter.
Centiel springen um 25 Prozent nach oben. Nach dem "Reverse-Merger" mit der konkursiten HT5 werden die Valoren nun erstmals als Anbieter von unterbrechungsfreier Stromversorgung gehandelt. "Zuletzt hat die Firma viel Publizität erhalten - das löst spekulative Käufe aus", sagte ein Händler.
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