BLS fährt trotz Passagierrekord in Verlustzone
Bern (awp/sda) - Die BLS ist im vergangenen Jahr trotz einem Passagierrekord in die roten Zahlen gefahren. Unter dem Strich musste die Bahngesellschaft einen Verlust nach Minderheiten von 10,3 Millionen Franken hinnehmen, nachdem sie im Vorjahr noch einen Gewinn von 23,6 Millionen Franken erzielt hatte.
Der Bahnbetrieb habe 2025 mit weniger öffentlichen Mitteln bewältigt werden müssen, schrieb das Unternehmen in einem Communiqué vom Freitag. Bund und Kantone zahlten 11,5 Millionen Franken weniger an die BLS.
Zudem hätten die geopolitische Lage und zahlreiche Bauarbeiten auf den Schienen in Europa für eine sinkende Nachfrage und Mehrkosten beim Güterverkehr gesorgt, was aufs Ergebnis schlug. Operativ fuhr die BLS einen Betriebsverlust von 2,2 Millionen Franken ein nach einem Betriebsgewinn von 35,1 Millionen Franken im Vorjahr.
Der Umsatz blieb mit 1,29 Milliarden Franken stabil. Während im Personen- und Güterverkehr die Einnahmen sanken, stiegen sie wegen höherer Abgeltungen für den Unterhalt der Bahninfrastruktur, wie die BLS erklärte. Auf der anderen Seite kletterten die Kosten für Betrieb und Personal. Zudem musste die BLS höhere Wertberichtigungen auf Lokomotiven und Anlagen für den Autoverlad vornehmen.
Immerhin habe ein Gewinn aus dem Verkauf von Wertschriften sowie eine günstige Kursentwicklung der Fremdwährung das Finanzergebnis der BLS entlastet, hiess es weiter.
Neuer Passagierrekord
Bei den Passagieren fuhr die BLS dafür einen neuen Rekord ein. Mit rund 73,4 Millionen Fahrgästen übertraf sie die bisherige Bestmarke von 2024 um gut drei Prozent. Bei den Schiffen auf dem Thuner- und Brienzersee betrug das Plus gar 7,8 auf 1,64 Millionen, während es in den Bussen ein leichtes Minus von 0,4 Prozent auf 4,10 Millionen gab.
Mehr Passagiere bedeuten auch einen Anstieg bei den sogenannten Personenkilometern. Diese geben an, wie viele Kilometer jeder Fahrgast im Durchschnitt mit den Zügen der BLS zurückgelegt hat. Im Jahr 2025 fuhr jeder Passagier gemäss BLS rund 1300 Kilometer.
In den letzten Jahren seien die steigenden Zahlen vor allem dem Freizeit- und Tourismusverkehr geschuldet, hiess es im Geschäftsbericht weiter. Auf den Linien im Berner Oberland, im Wallis und am Simplon wies die BLS 2025 gar eine "überdurchschnittliche Nachfragesteigerung von 4,5 Prozent" aus.
99 von 100 Reisenden erreichen den Anschluss
Der BLS zufolge konnte die Pünktlichkeit auch im letzten Jahr weiter verbessert werden. Dieser positive Trend stimme auch die Fahrgäste zufrieden. Gemäss eigener Umfrage beurteilten 90 Prozent der Fahrgäste die Pünktlichkeit der Züge als gut bis sehr gut - zwei Jahre zuvor hatte dieser Wert noch bei 84 Prozent gelegen.
Seit mehreren Jahren liege die Anschlusspünktlichkeit bei rund 99 Prozent, schrieb die BLS weiter. Von hundert Reisenden erreiche nur einer seinen Anschluss nicht. Als pünktlich gelten in der Schweiz Züge, die mit weniger als drei Minuten Verspätung verkehren.
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