US-Fahrdienstleister Uber stockt bei Delivery Hero auf - Aktie steigt
AMSTERDAM (awp international) - Der US-Fahrdienstleister Uber stockt seine Beteiligung an dem Essenslieferdienst Delivery Hero auf. Der Grossaktionär Prosus verkauft kartellrechtlich bedingt rund 13,6 Millionen Aktien von Delivery Hero an das US-Unternehmen, wie die Internet-Beteiligungsholding am Freitag mitteilte. Dies entspreche einer Beteiligung von rund 4,5 Prozent. Der Verkaufspreis liegt laut Mitteilung bei 20 Euro je Anteilsschein und entspricht damit einem Bruttoerlös von rund 270 Millionen Euro. An der Börse kommen die Nachrichten gut an.
Für die Aktie von Delivery Hero ging es zuletzt um 3,9 Prozent auf 21,08 Euro nach oben. Seit Jahresbeginn hat sie aber fast 8 Prozent an Wert verloren, in den vergangenen zwölf Monaten elf Prozent. Prosus lagen hingegen nur leicht im Plus.
Eine Sprecherin von Delivery Hero wollte auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX zu diesem Zeitpunkt keine Angaben dazu machen, wie hoch die Beteiligung von Uber an Delivery Hero jetzt ist. Prosus hält nach dem Verkauf nun noch 21,8 Prozent.
Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg begrüsste die weitere Beteiligung von Uber an dem MDax-Unternehmen . "Als global führendes Technologieunternehmen ist Ubers erhöhte Beteiligung eine Bestätigung unserer Plattform, unserer Strategie und unserer fortlaufenden Bemühungen, langfristigen Wert für alle Aktionäre zu schaffen."
Grossaktionär Prosus hatte sich im August bereiterklärt, seine Beteiligung an Delivery Hero deutlich zu senken, um die Zustimmung der EU-Behörden für die Übernahme des Delivery-Hero-Rivalen Just Eat Takeaway zu erhalten.
Für Andrew Ross von Barclays ist der Ausbau der Beteiligung des Fahrdienstvermittlers an Delivery Hero eine interessante Entwicklung. Der Schritt stehe vor dem Hintergrund, dass Prosus seinen Delivery Hero-Anteil auf einen einstelligen Prozentsatz reduzieren müsse. Es blieben damit noch viele Unwägbarkeiten in einer "speziellen Konstellation" bei dem Essenslieferdienst.
Laut Analyst Giles Thorne von Jefferies gebe es nun mehr Fragen als Antworten. Er habe kurz zuvor noch mit einer Übernahme von Delivery Hero durch Prosus in nächster Zeit gerechnet. Nun gehe das Rätselraten um die Intentionen von Uber weiter.
Im Mai 2024 wollte Delivery Hero sein Taiwan-Geschäft an Uber verkaufen. Das US-Unternehmen wollte den Bereich in einem mehrstufigen Geschäft für knapp eine Milliarde US-Dollar erwerben. Jedoch stimmte die taiwanesische Wettbewerbsbehörde TFTC dem Deal nicht zu. Im März 2026 hat das Management schliesslich mit dem Konzern Grab aus Singapur einen Käufer für das Taiwan-Geschäft seiner Tochter Foodpanda gefunden. Der Kaufpreis liegt ohne Schulden und Barmittel bei 600 Millionen US-Dollar.
Das Management von Delivery Hero hatte im Dezember angekündigt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dabei wollte der Konzern auch strategische Partnerschaften und Kapitalmarkttransaktionen für Ländergesellschaften ins Auge fassen. Zudem würden "wertsteigernde Massnahmen zur Kapitalstruktur und Kapitalallokation" geprüft, hiess es damals. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Investoren das Management auf Verkäufe von Geschäftsfeldern drängen sollen.
Delivery Hero will indessen im laufenden Jahr weiter wachsen. So soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 910 bis 960 Millionen Euro zulegen. Beim Bruttowarenwert (Gross Merchandise Value, GMV) peilt das Management bei konstanten Wechselkursen ein Zuwachs um acht bis zehn Prozent an. Der Gesamtumsatz aller Segmente soll ohne Währungseffekte um 14 bis 16 Prozent zulegen.
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