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Hauptversammlung/Generalversammlung   28.04.2026 18:42:42

Stimmrechtsberater ISS stärkt DocMorris-Führung im Machtkampf

Zürich (awp) - Im Machtkampf um die Führung von DocMorris stellt sich der Stimmrechtsberater Institutional Shareholder Services (ISS) hinter das bestehende Management. Laut einem am Dienstag der Nachrichtenagentur AWP vorliegenden Bericht empfiehlt ISS, sämtliche bisherigen Verwaltungsratskandidaten zu wählen. Zuvor hatte Reuters darüber berichtet.

Demnach spricht sich ISS zudem gegen die vom Grossaktionär CEPD nominierten Kandidaten aus. Der von Jacek Szwajcowski kontrollierte Investor habe keine überzeugenden Argumente geliefert, weshalb ein Wechsel im Verwaltungsrat aktuell notwendig sei.

CEPD war im Frühjahr 2025 bei DocMorris eingestiegen und hält seit April rund 15 Prozent der Anteile, womit das Unternehmen zum grössten Aktionär avancierte. An der Generalversammlung vom 12. Mai will CEPD drei eigene Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden und zudem VR-Präsident Walter Oberhänsli ablösen, um selbst den Vorsitz zu übernehmen.

Gleichzeitig gibt ISS eine Ablehnungsempfehlung für den Vergütungsbericht ab.

Verhärtete Fronten

DocMorris sprach daraufhin von einem Versuch, das Unternehmen "durch die Hintertür" zu übernehmen. CEPD wies diesen Vorwurf zurück. Ziel sei vielmehr eine Verbesserung der Governance, ein disziplinierter Kapitaleinsatz sowie der Aufbau eines profitablen europaweiten Online-Anbieters für Gesundheitsprodukte.

Gegenüber AWP bekräftigten beide Seiten zuletzt ihre Positionen: Der Verwaltungsrat warnte erneut vor einer "kalten Übernahme" und kritisierte mangelnde Transparenz, während CEPD von irreführenden Vorwürfen sprach und am Rücktritt Oberhänslis festhielt.

Sterling vorerst für Kontinuität

Der mit 3,2 Prozent beteiligte Aktionär Sterling hatte sich jüngst ebenfalls gegen den von CEPD geforderten Radikalumbau sowie gegen die sofortige Abwahl Oberhänslis ausgesprochen. Sterling-VRP Giulia Nobili betonte gegenüber AWP die Bedeutung von Kontinuität: Der Turnaround solle nicht gefährdet werden - es gelte, eine "Revolution" zu vermeiden.

Weiter gestand Nobili CEPD einen Sitz im Verwaltungsrat zu - drei Sitze hielt sie aber für übertrieben. Zugleich befürwortete sie einen Wechsel an der VR-Spitze, allerdings geordnet und erst ab 2027.


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