Aktien Schweiz Schluss: SMI behauptet Gewinne trotz US-Inflationsdruck
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem schwankungsreichen Verlauf fester geschlossen. Zuvor war er nach überraschend starken US-Inflationsdaten am Nachmittag zeitweise leicht ins Minus gerutscht, ehe er sich zum Handelsschluss wieder erholte.
Die Märkte schwanken derzeit zwischen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und der Sorge vor einer weiteren Eskalation. Am Mittwoch dominierte schlussendlich der Optimismus: Das Gipfeltreffen zwischen den USA und China in dieser Woche könne neuen Schwung für ein Abkommen bringen, da Xi Jinping Einfluss auf den Iran ausüben könnte, erklärte ein Kommentator. Für positive Stimmung sorgte überdies eine erneute Rally bei Halbleiter- und KI-Aktien.
Gebremst wurden die Börsen dagegen von deutlich höheren Produzentenpreisen in den USA. Diese schürten neue Sorgen, dass die hohen Zinsen der US-Notenbank noch länger hoch bleiben dürften. Experten gehen davon aus, dass der ab Freitag amtierende neue Fed-Chef Kevin Warsh nicht so schnell die Zinsen senken kann wie es sich US-Präsident Donald Trump wünschen würde.
SMI leicht im Plus
Der SMI schloss um 0,71 Prozent höher bei 13'212,96 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Schweizer Leitindex zwischen 13'112 und 13'238 Punkten. Zum Handelsschluss standen im SMI 11 Gewinner 9 Verlierern gegenüber.
Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gab dagegen um 0,33 Prozent auf 2966,61 Punkte nach, während der breite SPI um 0,55 Prozent auf 18'684,24 stieg. Andere europäische Börsen wie der deutsche DAX oder der französische CAC 40 konnten nach einem nervösen Handel schliesslich ebenfalls zulegen. Die US-Börsen notierten im frühen Handel uneinheitlich.
An der SMI-Spitze standen Zurich (+4,1%) nach Quartalszahlen. Der Versicherer war mit Wachstum ins Jahr 2026 gestartet und sieht sich bei den Profitabilitätszielen für 2027 auf Kurs. Klar fester schlossen auch UBS (+3,9%) nach einer positiven Studie der Deutschen Bank sowie ABB (+2,1%) im Sog guter Zahlen des Konkurrenten Siemens.
Die Schwergewichte entwickelten sich uneinheitlich. Novartis (+0,8%) legten zu, während Roche (-0,5%) nach dem Diagnostik-Tag vom Vortag nachgaben. Nestlé (-0,6%) schlossen ebenfalls schwächer.
Am Tabellenende standen Givaudan (-2,9%) nach einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux. Ebenfalls klar im Minus schlossen Swiss Life (-1,5%) und Geberit (-1,5%).
Adecco brechen nach Quartalszahlen ein
In der zweiten Reihe brachen Adecco (-16,7%) nach Quartalszahlen auf ein neues Langzeittief ein. Zwar fiel das organische Wachstum besser als erwartet aus, die Profitabilitätsaussichten enttäuschten jedoch.
Swatch (-2,7%) litten nach dem Hype um die angekündigte "Royal Pop"-Kollektion mit Audemars Piguet unter Gewinnmitnahmen. Händler verwiesen zudem auf die gescheiterten Anträge des aktivistischen Aktionärs Steven Wood an der Generalversammlung vom Vortag. Unter Druck standen auch Molecular Partners (-4,1%) nach gekürzten Aussagen zur Finanzierung bis Ende 2027.
DocMorris (+4,2%) profitierten dagegen vom Ausgang der Generalversammlung, an der sich das Unternehmen gegen den Grossaktionär CEPD durchgesetzt hatte. Belimo (+9,3%) wurden nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux gesucht. Curatis (+4,4%) stiegen nach der Aufnahme in den MSCI Global Micro Cap Index.
Ausserdem profitierten VAT (+1,9%) neuerlich vom KI-Hype. Die US-Techbörse Nasdaq wurde von einer erneuten Rally bei Halbleiteraktien nach oben getrieben. Die Aktie von Nvidia trieb den Börsenwert am Mittwoch vorübergehend auf rund 5,5 Billionen US-Dollar und machte den Chipkonzern damit kurzzeitig zum ersten Unternehmen überhaupt mit einer solchen Marktkapitalisierung.
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