Aktien Schweiz Schluss: Schwergewichte stützen den SMI
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag von seiner defensiven Ausrichtung profitiert und leicht im Plus geschlossen. Dank der Schwergewichte und den Versicherern hob sich der SMI deutlich ab von den anderen grossen Handelsplätzen, die kräftige Verluste erlitten. Die Gründe für die schlechte Stimmung der Investoren waren zahlreich. So war nach wie vor keine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Sicht, was den Ölpreis wieder deutlich steigen liess.
Zudem herrschte Enttäuschung über das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Machthaber Xi Jinping. Von dem Treffen der beiden Staatsoberhäupter hatten sich Anleger mehr erhofft. Konkrete Einigungen bei wesentlichen Streitthemen zwischen beiden Ländern blieben aus. Besonders deutlich wurde das bei den Themen Iran und Taiwan. Es bleibt nun dabei, dass die für den Welthandel wichtige Strasse von Hormus weiter faktisch geschlossen ist.
Und bei der Taiwan-Frage warnte Xi nach chinesischer Darstellung, das Thema um die Insel müsse mit äusserster Vorsicht behandelt werden. Trump wollte die Frage, ob die USA Taiwan verteidigen würden, nicht beantworten. Auch bei anderen strittigen Themen wie den gegenseitigen Zöllen, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden waren keine Fortschritte erkennbar.
Überdies kamen Warnsignale vom Anleihenmarkt, wo sich die Inflationssorgen wegen der wieder anziehenden Ölpreise in steigenden Renditen widerspiegelten. Die teureren Energiekosten und Konjunktursorgen belasteten zudem den Bausektor und die Baustoffhersteller europaweit.
SMI pendelt um die Nulllinie
Der Schweizer Leitindex SMI schloss auf 13'220,17 Punkten. Das ist ein hauchdünnes Plus von 0,05 Prozent. Damit hat der SMI auf Wochensicht ein Plus von 0,9 Prozent geschafft. Genau die Hälfte der Bluechips standen in der Verlustzone, die andern hatten grüne Zahlen.
Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gab dagegen um 0,43 Prozent auf 2953,74 Punkte nach, während der breite SPI um 0,02 Prozent auf 18'681,02 Zähler fiel.
Immerhin hielt sich der Schweizer Aktienmarkt deutlich besser als seine europäischen Pendants. So sackte der Dax um 2 Prozent ab und der französische CAC40 um 1,7 Prozent. Gegenwind kam auch aus Amerika, wo beide grosse US-Börsen rote Zahlen zeigten.
Die geringeren Verluste in der Schweiz waren den Schwergewichten zu verdanken, allen voran Nestlé (+1,6%). Auch Roche (PS +0,9%) zeigten klare Gewinne, während Novartis in der Schlussauktion noch ins Minus (-0,1%) rutschten. Einerseits erklärten sich Beobachter das Kaufinteresse bei Roche mit dem allgemein freundlichen Pharmasektor, andererseits aber auch mit einem produktseitigen Rückschlag des Rivalen Kissei Pharmaceutical mit dem Medikament Tavneos. Börsianer vermuten, dass Roche mit den eigenen Anti-CD20-Antikörpern von den Problemen Kisseis profitieren könnte. Zudem soll das Roche-Mittel Gazyva in Japan für eine weitere Indikation zugelassen werden.
Die Schwergewichte seien auch für die - angesichts des Brückentages - recht hohen Volumina verantwortlich, sagte ein Händler: "Ansonsten ist das Ganze eher lethargisch."
An der Spitze der Gewinner standen Swiss Re (+1,7%) vor Alcon (+1,6%). Der Ophthalmologiekonzern profitierte einer Bestätigung des Kreditratings durch die Ratingagentur Moody's. Auch die Versicherer Swiss Life (+1,3%) und Zurich (+0,5%) waren gefragt.
Die rote Laterne hielten Holcim (-5,1%), die mit anderen Bauwerten wie Amrize (-2,7%) und Sika (-1,7%) aus den Depots geworfen wurden. Noch schlimmer erging es den in Deutschland kotierten Holcim-Konkurrenten Heidelberg Materials, die um über 7 Prozent abstürzten. Auch Lonza (-1,0%) oder Zykliker wie ABB (-1,0%) gaben deutlich nach.
Im breiten Markt wurden SoftwareOne um 4,7 Prozent nach oben getrieben nach einer Kurszielerhöhung durch die UBS. Also (+6,4%) zogen nach einer Kurszielerhöhung von Berenberg an. Temenos gewannen 2,4 Prozent, nachdem der Softwarehersteller erstmals seit zwei Jahren an der Generalversammlung von den Aktionären Zustimmung für seinen Vergütungsbericht erhalten hatte.
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