Aktien Schweiz Schluss: SMI rettet kleines Plus über die Ziellinie
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag nach einem schwachen Start am Ende leicht fester abgeschlossen. Hatten zunächst wachsende Sorgen vor einer erneuten Eskalation im Nahost-Konflikt die Ölpreise in die Höhe getrieben und die Aktien unter Druck gesetzt, drehte sich das Geschehen an den Finanzmärkten in der zweiten Handelshälfte mit der Hoffnung auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Allerdings bleibt die Lage an den Börsen weiterhin von grosser Unsicherheit geprägt, wie Händler festhielten. So richtig hätten sich die Anlegerinnen und Anleger zu Wochenbeginn nicht aus der Deckung gewagt.
Mit Blick auf den Nahen Osten wechseln sich Hoffnungen und Sorgen in regelmässigen Abständen ab, das war auch am Montag so. Hatten zu Tagesauftakt Drohungen von US-Präsident Donald Trump an die Adresse des Iran die Stimmung gedämpft, nährten später Medienberichte die Hoffnung auf eine mögliche Entspannung. Trump drohte zunächst offen mit der Wiederaufnahme des Kriegs mit den Worten: "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben." Später meldeten iranische Medien, die USA hätten eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gegen iranisches Öl vorgeschlagen.
Bewegte Ölpreise
Die gegensätzliche Stimmungslage im Iran-Konflikt machte sich vor allem am Ölmarkt bemerkbar. Da kletterten die Preise im frühen Geschäft nach oben. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete zeitweise gegen 112 US-Dollar. Am Nachmittag rutschte der Preis auf unter 107 Dollar ab, ehe er gegen Europaschluss wiederum in den Bereich von 110 Dollar vorrückte. Im Handel wurde ein neuerlicher Tweet Trumps mit Siegesbekundungen und Kritik an der iranischen Führung dafür verantwortlich gemacht.
Der SMI hielt sich nur mit Mühe im Plus. Er ging schliesslich um 0,16 Prozent höher bei 13'240,70 Punkten aus dem Handel. Gestartet war er bei tieferen 13'100 Zählern, während er im Handelsverlauf zeitweise über 13'300 Punkte vorrückte. Von den 20 SMI-Werten beendeten 13 den Handel im Plus und 7 im Minus. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gewann 0,25 Prozent auf 2961,11 und der breite SPI 0,19 Prozent auf 18'716,55 Punkte.
Finanzwerte im Hoch
Unter den Schweizer Blue Chips waren am Montag vor allem die Finanzwerte gefragt: So rückten im Versicherungssektor Swiss Re um 2,0 Prozent sowie Zurich und Swiss Life um je 1,4 Prozent vor. Die Swiss Life legt am Donnerstag Zahlen zum Geschäftsverlauf des ersten Quartals vor. Ebenfalls klar im Plus standen bis Handelsschluss die Papiere der UBS (+0,8%).
Uneinheitlich schlossen derweil die Schwergewichte: Während Novartis 0,5 Prozent und Nestlé 0,2 Prozent dazugewannen, büssten Roche 0,3 Prozent ein.
Lonza (-0,2% auf 468,30 Fr.) befinden sich noch knapp über dem Jahrestief von 454,60 Franken vom März. Mit den Aktien geht es seit rund vier Wochen mehrheitlich abwärts. Eine bestätigte Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank belastete zu Wochenbeginn zusätzlich.
Die klarsten Verluste waren bei Holcim (-2,1% bzw. -1,52 Fr.) zu sehen. Jedoch wurden die Titel des Baustoffkonzerns mit 1,70 Franken ex-Dividende gehandelt. Deutliche Abgaben verbuchten konjunktursensitive Titel wie ABB (-1,2%), Kühne+Nagel (-0,7%) oder Richemont (-0,6%).
Lichtblick Sonova
Im etwas breiteren Geschäft haben Sonova (+7,9%) positiv auf sich aufmerksam gemacht, dies mit den Jahreszahlen 2025/26. Die Analysten lobten die Entwicklung im Kerngeschäft mit Hörgeräten und die Margenentwicklung im zweiten Halbjahr. Zudem kam auch der Ausblick an der Börse gut an.
Zu einer leichten Erholung setzten die Papiere des Personaldienstleisters Adecco (+3,6%) an. Die Aktie hatte in der Vorwoche nach Publikation von Quartalszahlen massiv an Wert eingebüsst.
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