Roche kündigt neue Daten aus Krebs-Pipeline für ASCO-Kongress an
Basel (awp) - Roche hat für den anstehenden grossen Krebs-Kongress ASCO in den USA neue Studiendaten zu mehreren Krebsmedikamenten angekündigt. Besonders im Mittelpunkt steht dabei der Wirkstoff Giredestrant, der nach Ansicht des Pharmakonzerns möglicherweise künftig eine wichtige Rolle bei der Behandlung bestimmter Brustkrebsformen spielen könnte.
Der Wirkstoff richtet sich in den ausgewerteten Studien an Patientinnen mit hormonabhängigem, HER2-negativem Brustkrebs. Dies ist die häufigste Form von Brustkrebs, die laut Communiqué vom Dienstag etwa 70 Prozent aller Fälle ausmacht. Giredestrant selbst gehört zu einer neuen Klasse von Medikamenten, die den Östrogenrezeptor gezielt abbauen sollen. Dadurch soll das Wachstum der Krebszellen gehemmt werden.
Besonders wichtig sind neue Ergebnisse aus der sogenannten lidERA-Studie. Bereits Ende 2025 hatte Roche berichtet, dass Giredestrant das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung oder den Tod um 30 Prozent senken konnte. Nun sollen zusätzliche Daten zeigen, dass dieser Nutzen sowohl bei jüngeren Frauen vor den Wechseljahren als auch bei Frauen nach den Wechseljahren bestehen bleibt. Die Daten wurden bereits bei der US-Zulassungsbehörde FDA eingereicht.
Ausserdem werden erstmals die Hauptergebnisse der persevERA-Studie vorgestellt. Dort wurde Giredestrant zusammen mit dem Medikament Palbociclib bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs untersucht. Die Studie erreichte zwar ihr wichtigstes Ziel formal nicht, dennoch zeigte die Kombination eine numerische Verbesserung des progressionsfreien Überlebens. Das bedeutet, dass die Krankheit bei den behandelten Patientinnen tendenziell länger unter Kontrolle blieb.
Weitere Daten stammen aus der evERA-Studie. Hier untersucht Roche Giredestrant in Kombination mit Everolimus bei Patientinnen, deren Erkrankung trotz vorheriger Therapie weiter fortgeschritten ist. Laut Roche deuten die Ergebnisse auf einen anhaltenden klinischen Nutzen hin. Die FDA hat den Zulassungsantrag für Giredestrant auf Basis dieser positiven Daten bereits angenommen.
Darüber hinaus präsentiert Roche neue Ansätze für HER2-positiven Brustkrebs. Ein neuer Wirkstoff namens ZN-A-1041 soll besonders gut ins Gehirn gelangen können. Das könnte helfen, Hirnmetastasen besser zu verhindern oder zu behandeln - ein grosses Problem bei fortgeschrittenem Brustkrebs.
Auch bei anderen Krebsarten werden neue Daten gezeigt. Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs stellt Roche Ergebnisse zum Medikament Divarasib vor, das gezielt gegen eine bestimmte genetische (KRAS-Gen) Mutation wirkt.
Insgesamt will Roche mit den vorgestellten Studien zeigen, dass neue zielgerichtete Therapien und Kombinationen die Behandlung verschiedener Krebsarten künftig wirksamer und individueller machen könnten.
Der Kongress ASCO zählt zu den wichtigsten Fachtagungen und findet vom 29, Mai bis zum 2. Juni in Chicago statt.
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