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Markt und Börse   20.05.2026 20:11:05

Aktien New York: Neue Iran-Hoffnungen helfen den Kursen vor den Nvidia-Zahlen

NEW YORK (awp international) - Neue Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs haben den US-Börsen am Mittwoch Auftrieb gegeben und die Ölpreise belastet. Zudem verteilten die Anleger mit Blick auf den nach Handelsschluss anstehenden Nvidia -Quartalsbericht schon Vorschuss-Lorbeeren. Marktbeobachter warnten, es könnte dem auf KI-Chips spezialisierten Halbleiterriesen schwerfallen, mit seinen Zahlen und Geschäftsprognosen die hohen Erwartungen zu erfüllen.

Der Nasdaq 100 stieg dank starker Halbleitertitel zuletzt um 1,33 Prozent auf 29.203 Punkte. Damit unternahm der technologielastige Auswahlindex nach den Gewinnmitnahmen der vergangenen Tage einen neuen Erholungsversuch. Ähnlich sah es beim marktbreiten S&P 500 mit einem Plus von 0,86 Prozent auf 7.417 Punkte aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 1,15 Prozent auf 49.932 Punkte zu.

Laut US-Präsident Donald Trump sind die Verhandlungen mit dem Iran in der "Endphase". Dies schürte Erwartungen an eine baldige Öffnung der vor allem für Energietransporte wichtigen Meeresstrasse von Hormus und liess die Ölpreise absacken.

Die Aktien des Chiparchitektur-Entwicklers ARM erreichten am Mittwoch ein Rekordhoch. Der Kurssprung von 13,5 Prozent verhalf ihnen auf den ersten Platz im Nasdaq 100. Dahinter ging es für die Titel der Chiphersteller AMD und Intel und 7,4 beziehungsweise 6,3 Prozent hoch.

Bei den Nvidia-Aktien, die zuletzt etwas von ihrem Rekord zurückgefallen waren, fiel das Kursplus mit 1,7 Prozent etwas bescheidener aus. "Wir gehen vorsichtig optimistisch in die Zahlen", schrieb Tech-Experte William Beavington vom Investmenthaus Jefferies. Wichtig dürfte aus Anlegersicht das Umsatzziel für die Monate April bis Juni sein. Hier liege die quasi-offizielle Konsensprognose von Analysten bei 87 Milliarden US-Dollar.

Interessant ist, dass laut Beavington die sogenannte "Buy-Side"-Prognose für den Umsatz im laufenden Quartal mit 91,5 Milliarden Dollar noch höher liegt. Zur "Buy-Side" zählen etwa Asset-Manager, Pensionskassen, Hedgefonds und Vermögensverwalter. Also Marktakteure, die an der Börse als aktive Käufer und Verkäufer auftreten. Hier sind die Erwartungen offenbar noch anspruchsvoller als bei den analysierenden Investmentbanken.

Ausser Nvidia könnten auch Nachrichten von OpenAI der KI-Fantasie wieder etwas Schwung geben. Der Entwickler des Chatbots ChatGPT könnte Medienberichten zufolge bereits in den kommenden Tagen einen Antrag auf Börsengang stellen. Laut der "Financial Times" dürfte die Bewertung des Unternehmens bei dem im Herbst angepeilten Ereignis bei über einer Billion US-Dollar liegen. Auch Konkurrent Anthropic und das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla -Chef Elon Musk, das den hinter Musks Chatbot Grok stehenden KI-Entwickler xAI übernommen hat, planen den den baldigen Sprung aufs Parkett.

Die Titel des Chipherstellers Analog Devices litten gegen den Branchentrend mit minus 5,8 Prozent unter weiteren Gewinnmitnahmen. Zwar übertraf der aktuelle Quartalsbericht die Erwartungen, und auch der Ausblick auf das laufende Quartal fiel stark aus. Doch das Industriegeschäft wies einige Schwächen auf.

Angesichts des Hypes um Nvidia rückten Geschäftszahlen aus der Handelsbranche in den Hintergrund. Aktien der Heimwerker- und Baumarktkette Lowe's schafften es zuletzt mit 0,7 Prozent ins Plus, obwohl der Umsatz im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Für Target ging es um 5 Prozent bergab, obwohl der hinter Walmart zweitgrösste Einzelhändler im vergangenen Quartal das stärkste Wachstum seit vier Jahren erzielte.

Aktien von VF Corporation sanken um 4,8 Prozent. Dass das Mode- und Textilunternehmen mit Marken wie Timberland, Vans und The North Face nach längerer Durststrecke jüngst wieder zu Wachstum zurückgekehrt ist, half dem Kurs nicht.

Bei Intuit mussten die Anleger ein Kursminus von 3,8 Prozent verkraften. Einem Bericht zufolge will der Softwarehersteller künftig stärker auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen und daher 17 Prozent seiner Stellen streichen.


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