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Markt und Börse   22.05.2026 11:30:12

Aktien Schweiz: SMI noch moderat im Plus - Vorsicht vor dem langen Wochenende

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Freitag weiter zu, getragen von positiven Vorgaben aus Übersee und vor allem aus Fernost. Vor allem die japanischen Börsen legten deutlich zu. Mit Erleichterung wurde dort aufgenommen, dass die Teuerung weniger stark gestiegen ist als erwartet. Dabei waren insbesondere Technologiewerte einmal mehr gefragt, was auch die hiesigen Papiere aus der Branche antreibt.

Zudem setzen die Anleger wieder einmal darauf, dass der Iran-Krieg bald beendet wird. Diesmal lag es an US-Aussenminister Marco Rubio, die Märkte anzuschieben: Er glaube, man habe Fortschritte erzielt, sagte er vor seinem Abflug zu einem Nato-Treffen in Schweden. "Es gibt einige gute Anzeichen", sagte er. Allerdings liegen der Iran und die USA bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander, geben Marktteilnehmer zu bedenken. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Strasse von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen. Deshalb werde die Hoffnung auf Frieden aktuell an den Börsen nur sehr vorsichtig gekauft.

Neunter Gewinntag in Folge - noch

So ist auch der Preis für ein Fass Brent-Öl zuletzt wieder auf über 105 Dollar gestiegen. Der Ölpreis scheine sich nun deutlich über der Marke von 100 Dollar je Barrel zu etablieren, hiess es im Handel. Auch die Schweizer Börse gibt einen Teil ihrer Gewinne her.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.10 Uhr mit 13'449,98 Punkten noch um 0,03 Prozent höher, nachdem er zuvor die vergangenen acht Handelstage im Plus geschlossen hatte. Die Zahl der Gewinner (13) überwiegt noch. Der SMIM der mittelgossen Werte sinkt derweil um 0,16 Prozent auf 2979,53 Punkte, während der breite SPI um 0,05 Prozent auf 18'981,86 Zähler steigt.

Sehr schlecht werden am Markt die von Julius Bär ausgewiesenen Zahlen für die ersten vier Monate 2026 aufgenommen - die Aktien büssen deutliche 8,8 Prozent ein. So lagen die Kundenvermögen und insbesondere das Nettoneugeld klar unter den Erwartungen, bei der Bruttomarge und den Kosten schnitt Bär jedoch besser ab.

Aber auch andere Finanzwerte werden verkauft: UBS büssen 0,6 Prozent ein, Swiss Life 0,7 Prozent und Swiss Re 1,2 Prozent. Das minus von 4,4 Prozent in Partners Group ist derweil nur optischer Natur - die Papiere werden mit Dividendenabschlag gehandelt.

Nach einem freundlichen Start haben die Aktien von Richemont während einer Firmenpräsentation deutlich nach unten gedreht und notieren mittlerweile 3,1 Prozent tiefer. Dabei hat der Schmuck- und Uhrenkonzern im Geschäftsjahr 2025/26 mehr umgesetzt als Analysten erwartet hatten und mit dem operativen Ergebnis die Vorgaben erfüllt. Zudem gibt es eine nicht erwartete Spezialdividende und ein neues Aktienrückkaufprogramm. Marktteilnehmer bemängeln die relativ luftleeren Aussagen des Managements zur weiteren Entwicklung.

Die defensiven Schwergewichte stützen den Gesamtmarkt - allen voran die PS von Roche ziehen um 0,9 Prozent an. Nestlé verteuern sich um 0,3 Prozent, während Novartis (+0,1%) etwas hinterherhinken.

Auf den Einkaufslisten stehen dafür - im Sog der internationalen Leitbörsen - verschiedene Techwerte. So gewinnen Logitech 1,4 Prozent, ABB 1,2 Prozent und VAT 2,5 Prozent. Im breiten Markt werden VAT 4,4 Prozent höher bezahlt auch Werte wie Comet (+2,1%) und Inficon (+1,0%) ziehen weiter an. Die starken Zahlen von Nvidia von Mittwochabend hielten die KI-Fantasie am Leben, heisst es im Markt.

Clariant (+4,2%) profitieren von einer Hochstufung durch JPMorgan. Derweil fallen DSM Firmenich (-2,2%) an ihrem zweiten Handelstag an der SIX nach den Gewinnen am Vortag nun etwas zurück.


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