News story
Börse: Verlaufsbericht   25.06.2026 11:30:11

Aktien Schweiz: Leichtes Plus bringt neue Bestmarke

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich im Verlauf des Donnerstagvormittags leicht ins Plus vorgearbeitet, nachdem er noch im Minus eröffnet hatte. Der SMI markierte dabei bei gut 14'150 Punkten ein neues Rekordhoch. Ein Stimmungsumschwung in Sachen KI färbt auch auf den Schweizer Aktienmarkt ab. Allerdings sorgt er auch dafür, dass die defensiven Schwergewichte gemieden werden - was die Fahrt nach oben deutlich bremst.

Für den Stimmungsumschwung ist der US-Speicherchip-Spezialist Micron verantwortlich. Er überzeugte mit den nach US-Börsenschluss vorgelegten und mit Spannung erwarteten Quartalszahlen. Die Futures für die US-Tech-Börse Nasdaq signalisieren eine Eröffnung im Plus, nachdem sich in den letzten Tagen Sorgen zum KI breitgemacht und für zeitweise deutliche Abgaben gesorgt hatten.

"Ist der Tech-Stress also vorbei?", fragt eine Analystin. Ihre Antwort: "Möglicherweise." Die Gewinne von Micron würden den "müden Tech-Investoren" wahrscheinlich einen Energieschub verleihen - zumindest für ein paar Stunden. Gut für die Stimmung an den Aktienmärkten ist auch die Ölpreisentwicklung: Der Preis für ein Fass der Sorte Brent gab in der Nacht weiter nach und notiert nun in etwa auf dem Vorkriegsniveau.

Der Blick der Anleger richtet sich nun aber auch auf den frühen Nachmittag, wenn eine ganze Reihe wichtiger US-Konjunktur- und Inflationsdaten publiziert werden. Ganz besonders werden die Märkte auf den PCE-Preisindex schauen, der als einer der wichtigsten Indikatoren für die US-Notenbank Fed gilt.

Zykliker an SMI-Spitze

Der Leitindex SMI notiert kurz nach 11.00 Uhr um 0,25 Prozent höher bei 14'154 Punkten, was einem neuen Rekordhoch entspricht. Der Mid-Cap-Index SMIM gewinnt 0,32 Prozent auf 3170,48 und der breite SPI 0,27 Prozent auf 19'966,79 Zähler.

Von den 20 SMI-Titeln notieren etwas mehr als die Hälfte im Plus. Am deutlichsten aufwärts geht es mit den Zyklikern Richemont, Sika und Kühne+Nagel, die um 1,5 bis 1,7 Prozent zulegen.

Mehr als 1 Prozent im Plus sind ausserdem noch Lonza, nachdem sich die Royal Bank of Canada positiv zum Titel geäussert hat.

Die grössten Einbussen erleiden derweil bei den Blue Chips Alcon mit -0,5 Prozent.

Der eigentliche Hemmschuh für deutlichere Gewinne sind aber die drei Schwergewichte. Novartis und Roche geben zwischen 0,1 und 0,2 Prozent nach, Nestlé sind nur minimal im Plus. Börsianer sprechen von einem Marschhalt - insbesondere bei Nestlé. Da gab es an den beiden Vortagen kein Halten mehr. Am Dienstag schlossen die Nestlé-Papiere 1,5 Prozent im Plus, am Mittwoch sogar 3,3 Prozent. Die 80-Franken-Marke wurde dabei spielend genommen.

Am breiten Markt legen - Micron sei Dank - die Technologiepapiere deutlich zu. VAT (+3,6%), AMS Osram (+2,4%), Comet (+4,4%) zählen zu den grössten Gewinnern.

Bei diesen sind aber auch die DocMorris-Papiere (+6,1%) anzutreffen, nachdem das Unternehmen ein Sparprogramm mit Stellenabbau angekündigt hat. Bei den Analysten finden die Pläne grossen Anklang. So spricht etwa die ZKB bei den Kosteneinsparungen von einem eigentlichen "Heilmittel" für das Unternehmen.

Einen Sprung nach oben machen zudem Gurit (+18%) nach einer Hochstufung durch die UBS. Der steigende Energiebedarf wegen KI führe auch zu einer höheren Nachfrage nach Windenergie, was vom Markt derzeit unterschätzt werde, heisst es zur Begründung. Obwohl sich die Aktie seit Anfang Jahr mehr als verdreifacht habe, gebe es somit weiteres Potenzial. Das ist Balsam für die Seele langjähriger Gurit-Aktionäre, die sich noch Ängste vor einem Totalverlust erinnern.


Zum gleichen Thema

MARKT UND BÖRSE 25.06.2026 12:22:37 Aktien Frankfurt: Erholung von Vortagesverlusten

Betroffene Instrumente

N/A