Presse: Julius Bär plant Lockerung des Kundenverbots nach Benko-Aufarbeitung
Zürich (awp) - Die Privatbank Julius Bär steht laut Bloomberg vor einer Lockerung ihrer Einschränkungen bei der Aufnahme bestimmter risikoreicher Kunden. Hintergrund sei der weit fortgeschrittene Abschluss der Aufarbeitung der Verluste im Zusammenhang mit dem österreichischen Immobilienunternehmer René Benko.
Die Bank bereite nach dem Abbau von Geschäftsbereichen, Stellenstreichungen und einer Überprüfung des Kundenbuchs wieder Massnahmen zur Wachstumsförderung vor, berichtete die Nachrichtenagentur am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dazu gehöre auch die mögliche Aufhebung eines Verbots zur Aufnahme sogenannter politisch exponierter Personen (PEP).
Unterstützt werde dieser Schritt durch Fortschritte bei der Untersuchung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma. Insider betrachteten das Verfahren als "praktisch in der Schlussphase". Ein formeller Abschluss werde in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Das würde Julius Bär auch die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen ermöglichen.
Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP wollte Julius Bär den Bericht nicht kommentieren. Zu Bloomberg sagte indes eine Sprecherin, Julius Bär setze weiterhin den umfassend überarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmen um. Man arbeite konstruktiv mit der Finma zusammen, um die Angelegenheit zeitnah abzuschliessen. Aussagen über Ausgang oder Zeitpunkt des Verfahrens seien jedoch Spekulation.
Der Zusammenbruch des Immobilienimperiums von Benko hatte bei Julius Bär Abschreiber von mehr als 600 Millionen Franken ausgelöst.
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