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Neue Produkte und Dienstleistungen   20.07.2026 07:27:10

Raiffeisen will Anlage- und Vorsorgegeschäft ausbauen

Bern (awp/sda) - Raiffeisen Schweiz will laut ihrem Chef Gabriel Brenna das Anlage- und Vorsorgegeschäft ausbauen. "Wir müssen einen Gang höher schalten", sagte der Raiffeisen-Chef in einem Interview mit CH Media vom Montag.

Die Bank habe in den vergangenen 20 Jahren auf das Hypothekargeschäft fokussiert. Dieses reiche jedoch nicht mehr aus, um den ursprünglichen Auftrag der Bank - "das finanzielle Wohl der lokalen Bevölkerung zu fördern" - zu erfüllen, sagte der Raiffeisen-Chef. Vergangenes Jahr baute Raiffeisen den Marktanteil im Hypothekargeschäft auf 18,4 Prozent aus. Die Gruppe ist die Nummer zwei in dem Geschäft hinter der UBS.

Die Schweizer Bevölkerung werde vermögender und älter, sagte Brenna. Die Themen Vermögensplanung und Vorsorge würden deshalb an Bedeutung gewinnen. Viele vermögende Kundinnen und Kunden hätten ihr Depot heute aber bei einer anderen Bank. "Das wollen wir ändern", kündigte der Bankenchef an.

Kundenstamm reicht aus

Vor einigen Jahren habe die Raiffeisen damit begonnen, gezielt in die Vermögensverwaltung zu investieren. Vergangenes Jahr wuchs ihr Vorsorge- und Anlagegeschäft. Das Depotvolumen nahm um 7,8 Milliarden auf knapp 60 Milliarden Franken zu. Haupttreiber des Wachstums war dabei ein Anstieg bei den Vermögensverwaltungsmandaten.

Für den Ausbau müsse die Bank die bereits bestehenden 3,5 Millionen Kundenbeziehungen nicht erweitern. Auch die dezentrale Organisation mit den 208 selbständigen Raiffeisenbanken unterstützte bei der Neufokussierung. "Wir brauchen eine gemeinsame Vision", sagte Brenna. Sie werde definieren, wo die Bank in 10 oder 15 Jahren stehen soll. Die neue Strategie der Bank soll laut Brenna Ende Jahr vom Verwaltungsrat verabschiedet werden.

Grosskunden im Visier

Zusätzlich zum Anlage- und Vorsorgegeschäft dürfte künftig das Firmenkundengeschäft eine grössere Rolle spielen. Heute betreue die Bank über 200'000 Firmenkunden. In den vergangenen Jahren sei Raiffeisen in diesem Bereich jährlich um sechs bis sieben Prozent gewachsen. "Aber auch hier schöpfen wir unser Potenzial zu wenig aus", sagte Brenna.

Die Bank habe dabei nicht internationale Grosskonzerne ins Auge gefasst. Vielmehr gehe es um Grosskunden ab einem Jahresumsatz von etwa 75 Millionen Franken. Das seien ungefähr die 1000 grössten Unternehmen der Schweiz, sagte Brenna. Neben der UBS fehle heute eine zweite schweizweit tätige Bank für Grosskunden. Der Marktanteil von Raiffeisen liege heute bei diesen Top-1000-Unternehmen im einstelligen Prozentbereich.


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