Aktien Frankfurt Schluss: Dax auf Tageshoch knapp über 25.000 Punkten
FRANKFURT (awp international) - Nach dem verhaltenen Wochenstart hat sich am Dienstag am deutschen Aktienmarkt letztlich der Optimismus durchgesetzt. Der Dax tat sich zunächst erneut mit der Richtungssuche schwer, legte am Nachmittag aber klar zu und schloss mit einen Zuwachs von 0,66 Prozent auf 25.011,35 Punkten. Dies war zugleich das Tageshoch.
Damit bleibt das Rekordhoch des Börsenbarometers von rund 25.900 Punkten von Anfang Juli in Sichtweite. Für den MDax der mittelgrossen Unternehmen ging es am Dienstag um 0,42 Prozent auf 31.812,87 Zähler nach oben.
In einem weiterhin unsicheren Umfeld stützten überraschend gute Konjunkturdaten den Dax ebenso wie am Nachmittag die freundlichen US-Börsen, wo Technologiewerte wieder Aufwind verspürten. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim erhobenen Konjunkturerwartungen legten im Juli stärker zu als erwartet.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den Handel ebenfalls auf Tageshoch mit einem Aufschlag von 0,94 Prozent auf 6285,63 Punkte. Auch ausserhalb der Eurozone schlossen die Leitindizes in London und Zürich höher. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 0,8 Prozent im Plus. Noch besser mit einem Gewinn von an die 2 Prozent sah es für den technologielastigen Nasdaq 100 aus.
"Die befragten Finanzmarktanalysten sind trotz der neuerlichen Zuspitzung am Persischen Golf und gestiegener Ölpreise deutlich optimistischer", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank mit Blick auf die ZEW-Daten und ergänzte: "Und tatsächlich, die deutsche Wirtschaft zeigte zuletzt eine gewisse Resilienz."
Derweil bleibt die Lage im Nahen Osten unklar, der Krieg zwischen den USA und dem Iran dauert unvermindert an. Aktuell bemühen sich zwar die Vermittler im Nahost-Krieg Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe, allerdings dauern die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten an.
An den asiatischen Börsen hatte die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Nahen Osten für Rückenwind gesorgt. In Seoul hatten KI- und Halbleiteraktien wieder zugelegt, die zuletzt in grossem Stil verkauft worden waren. Auch in den USA griffen Anleger bei Chipwerten wieder zu.
Davon profitierten auch Branchenwerte hierzulande. So stiegen die Anteile von Infineon an der Dax-Spitze um 5,5 Prozent. Im Nebenwerteindex SDax hatten die Papiere von LPKF mit einem Plus von 12,5 Prozent die Nase vorn. Im MDax zogen Suss Microtec und Aixtron um 9,3 beziehungsweise 8,3 Prozent an.
Am MDax-Ende brachen die Vorzugsaktien des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius um 8,5 Prozent ein. Der US-Wettbewerber Danaher hatte im abgelaufenen Quartal mit seinem operativen Ergebnis enttäuscht.
Schlusslicht im Dax waren die zuletzt stark gelaufenen Aktien von Munich Re mit minus 2,8 Prozent. Finanzchef Andrew Buchanan sagte der "Börsen-Zeitung" mit Blick auf die Rückversicherung: "Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen. Daraus wird sich ergeben, welche Prognose wir dem Markt geben." Munich Re scheine also seine Prognosen für die Schaden- und Unfallrückversicherung zu hinterfragen, sagte ein Händler.
Im SDax reagierten die Anteile des Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieters Drägerwerk mit plus 5,3 Prozent auf die Anhebung der Jahresprognose. Drägerwerk kommen Zollrückerstattungen zugute.
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