Clearway stellt sich gegen Nachlassvertrag für Spital Wetzikon
Zürich (awp) - Im Ringen um die Sanierung des Spitals Wetzikon formiert sich Widerstand gegen den geplanten Nachlassvertrag. Clearway Capital, Gläubigerin der GZO AG, will an der für Oktober vorgesehenen Versammlung gegen die Vereinbarung stimmen und bringt das abgelehnte Angebot von Infracore wieder ins Spiel.
Clearway kritisiert in einer Mitteilung vom Montag vor allem die vorgesehene Rückzahlung. Der von den Aktionärsgemeinden favorisierte Sanierungsplan mit der Thurgauer Spitalgruppe Thurmed sehe zunächst Barauszahlungen von 70,1 Millionen Franken vor, was 29 Prozent der Forderungen entspreche. Weitere Komponenten sollen die Rückzahlungsquote auf 39,3 bis 47,5 Prozent erhöhen. Diese seien aber von Bedingungen abhängig, heisst es.
Als Alternative verweist Clearway auf ein von GZO abgelehntes Angebot von Infracore. Der Immobilienkonzern hatte 55 Millionen Franken für die Spitalimmobilien geboten. Zusammen mit vorhandenen liquiden Mitteln hätte dies eine sofortige Rückzahlung von bis zu 60 Prozent ermöglichen können, heisst es. GZO hatte das Modell nach einer Prüfung durch PwC als finanziell nicht tragfähig bezeichnet. Die Gläubiger hätten jedoch keine Einsicht in diese Analyse erhalten.
Clearway hat im Gläubigerkreis durchaus Gewicht. Die von dem Investor angeführte Gruppe hielt nach früheren Angaben zwar nur rund 6,6 Prozent der 170 Millionen Franken schweren GZO-Anleihe. An der Gläubigerversammlung vom September 2025 wurden von Clearway eingebrachte Vorschläge nach eigenen Angaben jedoch von 164 Gläubigern mit Forderungen von insgesamt rund 165 Millionen Franken unterstützt, was ungefähr zwei Dritteln der Gesamtforderungen entspreche.
Die elf Aktionärsgemeinden hatten sich zuletzt für die Lösung mit Thurmed ausgesprochen. Die Thurgauer Spitalgruppe soll dabei die Mehrheit an GZO übernehmen und neues Kapital bereitstellen.
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