Aktien Schweiz: SMI fällt auf tiefsten Stand seit Mitte Juni
Zürich (awp) - Der Schweizer Leitindex SMI ist am Mittwoch erstmals seit Mitte Juni wieder unter die Marke von 14'000 Punkten gefallen. Damit setzt sich die Abwärtstendenz seit Wochenbeginn fort. Gedämpft wird die Stimmung vor allem von steigenden Ölpreisen und den damit verbundenen Inflations- und Zinssorgen. Auch die Novartis-Aktien geben nach dem heftigen Rückschlag vom Vortag weiter nach.
Der Preis für ein Fass Brent hat am Mittwoch die Marke von 100 Dollar überschritten und damit den höchsten Stand seit Juli erreicht. Neue Angriffe im Umfeld des Iran sowie auf saudische Energieanlagen haben die Sorgen vor kurzfristigen Lieferausfällen wieder verschärft. Zugleich schrumpften die globalen Reserven, während steigende chinesische Ölimporte den Preisdruck zusätzlich erhöhen könnten, schreibt Swissquote in einem Kommentar.
Die hohen Energiepreise schüren wiederum die Inflationssorgen im Vorfeld der anstehenden Notenbankentscheide. Ein Marktteilnehmer spricht von einem "Higher-for-longer-Szenario", das sich zunehmend verfestige. Entsprechend gross sei die Bedeutung der US-Inflationsdaten vom Freitag. Sie dürften mitentscheidend dafür sein, ob das Fed in der kommenden Woche nochmals an der Zinsschraube dreht oder vorerst pausiert.
SMI technisch angeschlagen
Der Swiss Market Index SMI notiert um 11 Uhr 0,86 Prozent tiefer bei 13'936,14 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM gibt 0,55 Prozent auf 3069,48 Zähler nach und der breite SPI 0,8 Prozent auf 19'688,52 Punkte. Auch die übrigen europäischen Börsen stehen am Mittwoch klar im Minus.
Aus technischer Sicht präsentiere sich der SMI inzwischen klar angeschlagen, heisst es in einem Kommentar von BNP Paribas. Der Leitindex habe mehrere wichtige Unterstützungen unterschritten. Zusammen mit den anhaltenden Nahost-Spannungen und einem Ölpreis von über 100 Dollar sei das Aufwärtspotenzial vorerst begrenzt.
Unter Druck stehen nach dem Kursrutsch um 11 Prozent vom Vortag erneut Novartis (-0,9%). Belastend wirken weiterhin kritische Analystenkommentare nach den enttäuschenden Studiendaten zu Pelacarsen und Del-Desiran. Die Deutsche Bank etwa sieht aktuell nur wenige wichtige Kurstreiber beim Pharmakonzern und hat die Titel entsprechend auf "Hold" von "Buy" zurückgestuft.
An der Spitze des SMI stehen Logitech (+1,5%). Händler verweisen unter anderem auf die jüngste Lancierung eines neuen, auf KI-Anwendungen ausgerichteten Steuergeräts für Entwickler. Daneben liegen von den Bluechips nur Partners Group (+0,3%) und Alcon (+0,1%) leicht im Plus.
Deutlich schwächer tendieren dagegen die Luxuswerte Richemont (-2,3%) und Swatch (-1,7%). Belastend wirken laut Marktteilnehmern unter anderem die jüngsten Konjunktur- und Preisdaten aus China. Diese dürften auch auf dem Reisedetailhändler Avolta (-1,3%) lasten, obwohl dieser die Verlängerung langfristiger Verträge an vier mexikanischen Flughäfen vermeldet hatte.
Doc Morris mit Kurssprung
In den hinteren Reihen fallen DocMorris (+10,1%) positiv auf. Die Versandapotheke will eine neue Wandelanleihe über rund 100 Millionen Franken begeben und damit unter anderem ausstehende Wandelanleihen mit Fälligkeit 2028 vorzeitig zurückkaufen. Die ZKB begrüsst in einem Kommentar die damit verbundene Verbesserung der operativen Liquidität.
Adecco (+1,7%) profitieren von Kurszielerhöhungen, unter anderem durch die Bank Vontobel. Diese sieht in der KI eher eine Chance für den Stellenvermittler denn eine Bedrohung. Barry Callebaut (+2,5%) legen derweil nach Aussagen von CEO Hein Schumacher an einem Investorentreffen zu. Der Schokoladenkonzern will sich mit seiner Strategie "Focus for Growth" stärker auf margenreichere Geschäfte und zehn Kernmärkte konzentrieren.
Auch Lindt (+1,5%) sind gesucht, nachdem die UBS ihre Kaufempfehlung trotz reduziertem Kursziel bekräftigt hat.
Dagegen geben Medacta (-2,6%) nach. Hier enttäuschte insbesondere die Margenentwicklung im ersten Halbjahr. Nach Halbjahreszahlen geht es auch für die Aktien des Biotechunternehmens Bioversys (-3,9%) klar abwärts. Bei SHL Telemedicine (-4,2%) kommen die Semesterzahlen ebenfalls nicht gut an.
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