Sulzer-CEO sieht mittel- bis langfristiges Potenzial durch Nahostkonflikt
Zürich (awp) - Die Sulzer-Chefin sieht auch Chancen im Iran-Krieg. "Auf längere Sicht glaube ich, dass substanzielle Investments in Infrastruktur, in Verteidigung und in neue Geschäftsfelder entstehen werden", sagt Executive Chairwoman Suzanne Thoma in einem Interview mit der "Handelszeitung" (Donnerstagsausgabe).
Konkret habe der Nahostkonflikt zwar kurzfristig den Auftragseingang von Sulzer belastet, "aber das bremst uns nicht, unsere Ambitionen hoch zu halten", sagt sie. Mittel- bis langfristig sei das Potenzial heute höher.
Der Mittlere Osten beginne derzeit mit dem Reparieren oder Ersetzen zerstörter Anlagen. Gleichzeitig würden neue Projekte angestossen, um die Wirtschaft resilienter zu machen und die Abhängigkeit von der umkämpften Strasse von Hormus zu reduzieren. Dazu gehöre zum Beispiel die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien.
Auch andere Länder beginnen laut Thoma, strategisch wichtige Infrastrukturen wie Wasser, Energie, Entsorgung und Entsalzung gegen Angriffe und Krisen abzusichern. Bei Infrastrukturprojekten könnte dies neue Aufträge für Sulzer bringen, da es "nicht sehr viele Anbieter in unserem Bereich gibt".
Gerade auch bei Pumpen für Pipelines oder bei Bohrprojekten sei Sulzer "präsent", nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in den USA. In den USA arbeite das Unternehmen zudem mit den grossen Ölfirmen zusammen. "Wir haben in den USA viertausend Mitarbeitende und werden als amerikanische Firma wahrgenommen", so die Chefin.
"Sulzer steht zu Chemtech"
Zur Division Chemtech, die zuletzt saniert werden musste, sagt Thoma: "Sulzer steht zu Chemtech. Der Bedarf an Trenn- und Reinigungstechnologien bleibt jenseits von Marktschwankungen intakt." Die Division sei zudem "nach wie vor profitabel".
Mit der generellen Aufstellung des Industriekonzerns zeigt sich die exekutive Verwaltungsratspräsidentin zufrieden. "Wir sind stark gewachsen. Was wir selber beeinflussen können, entwickelt sich sehr gut."
Sulzer sei gut unterwegs, das Potenzial sei grösser als anfänglich gedacht, aber das Unternehmen brauche "etwas Zeit". Nun gelte es, den Strategieplan "Sulzer 2028" weiter zu verfolgen und die operative Marge weiter zu steigern.
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