Seco-Chefin Helene Budliger Artieda nimmt den Hut
Bern (awp/sda) - Die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Helene Budliger Artieda, hat gekündigt. Sie wird auf Ende März 2027 zurücktreten, wie das Wirtschaftsdepartement von Bundespräsident Guy Parmelin am Mittwoch mitteilte.
Parmelin habe am Mittwoch den Bundesrat über den Rücktritt informiert, heisst es im Communiqué des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).
Nach knapp fünf Jahren an der Spitze des Seco wolle Budliger Artieda eine neue Herausforderung annehmen, heisst es als Begründung für den Rücktritt.
Parmelin bedaure den Entscheid sehr, schreibt das WBF. Er werde in den nächsten Wochen eine Findungskommission für eine Nachfolge einsetzen. Die Stelle als Staatssekretärin oder -sekretär werde zudem ausgeschrieben.
Über den Rücktritt hatte der "Blick" als erstes berichtet. Die Zeitung schreibt mit Berufung auf "gut unterrichtete Quellen", dass Parmelin der Seco-Chefin einen vorzeitigen Abgang nahegelegt habe. Das WBF äussert sich nicht dazu.
Zahlreiche Freihandelsabkommen abgeschlossen
Budliger Artieda hatte ihre Funktion am 1. August 2022 übernommen. In ihrer Amtszeit habe sie zahlreiche Freihandelsabkommen abgeschlossen, erinnert das WBF. Mit dem Freihandelsabkommen mit Indien habe 2025 eine bedeutende Lücke geschlossen werden können. Gleichzeitig seien neue Abkommen mit Thailand, Malaysia, dem Kosovo und den Mercosur-Staaten unterzeichnet worden.
Viel Aufmerksamkeit erhielt Budliger Artieda bei den Verhandlungen mit den USA. Dort hat sie mit der Ausarbeitung der unverbindlichen Absichtserklärung und einem Zolldeckel von 15 Prozent "massgeblich zur Lösungsfindung beigetragen", heisst es.
Als Erfolge zählt das Departement des Weiteren die einvernehmliche Lösung zwischen den Sozialpartnern in den Verhandlungen zum Paket Schweiz - EU (Bilaterale III) auf wie auch die Lösung zu den staatlichen Beihilfen. Es sind allerdings Erfolge, die gegenwärtig auf wackligem Fundament stehen.
Überraschte Reaktionen im Parlament
"Ich bin überrascht und enttäuscht", erklärte der Waadtländer SVP-Nationalrat Jacques Nicolet Keystone-SDA am Rande der Parlamentssitzung. Er sei enttäuscht, weil man eine brillante Persönlichkeit verliere. Nicolet hatte im Bereich der Weinexporte mit Budliger Artieda zusammengearbeitet hatte.
Mit den Worten "überrascht? Ja und nein", reagierte Léonore Porchet (Grüne/VD). Ihre Amtszeit beim Seco sei von vielen Fehltritten geprägt gewesen, darunter das Fiasko bei der Arbeitslosenversicherung, sagte sie. Die Einführung einer neuen IT-Plattform war Anfang des Jahres nicht wie geplant verlaufen.
In der Mitte-Partei verzichtete man auf eine Stellungnahme, bevor alle Fakten vorliegen würden. Niemand im Parlament wollte sich zu den genauen Gründen für den Rücktritt der Staatssekretärin äussern.
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| POLITIK, REGIERUNG, PARLAMENT, BUNDESVERWALTUNG | 16.09.2026 19:02:12 | Seco-Chefin Helene Budliger Artieda nimmt den Hut |