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Personalien, Management, Verwaltungsrat   30.09.2026 19:41:11

Fifa: Schweizer Fussballverband zieht Unterstützung für Infantino zurück

Zürich (awp/sda) - Der Schweizerische Fussballverband (SFV) unterstützt Gianni Infantino nicht länger bei dessen Kandidatur für eine weitere Amtszeit als Fifa-Präsident. Der Zentralvorstand hat beschlossen, die erst im Juni ausgesprochene Unterstützung zurückzuziehen.

Der Entscheid fiel an der Sitzung des Zentralvorstands vom 25. September. Er folge auf eine umfassende Neubewertung der Entwicklungen der vergangenen Monate, teilte der SFV am Mittwoch mit.

"Aus Sicht des SFV werfen verschiedene Vorgänge grundlegende Fragen zu Führung, Governance, Transparenz und Entscheidungsprozessen innerhalb der Fifa auf", schreibt der Verband. Dabei gehe es insbesondere um die Regelklarheit und Wettbewerbsintegrität im Fall Balogun sowie um die institutionelle Einbindung und Verantwortlichkeit bei Fifa Forward Enterprise (FFE).

Im Fall Balogun geriet der Fifa-Präsident aus dem Wallis während der Fussball-Weltmeisterschaft in Amerika in die Kritik, nachdem die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun wegen einer Roten Karte nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Infantino aufgehoben worden war. Für noch grössere Kritik sorgte Fifa Forward Enterprise. Über das Projekt sollten Anteile an den Fussball-Weltmeisterschaften an private Investoren aus dem Umfeld des US-Präsidenten verkauft werden.

Daraufhin zogen mehrere Verbände, vor allem in Europa und Nordamerika, ihre Unterstützung für eine weitere Amtszeit Infantinos zurück. Nun schliesst sich auch der SFV an.

Der Schweizer Verband erwarte von der Fifa-Führung "höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung", erklärte SFV-Präsident Peter Knäbel. Von der Fifa angekündigte Schritte seien zwar ein wichtiges Signal. Zentrale Fragen zu Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen blieben aber offen. "Da diese nicht überzeugend geklärt sind, können wir eine weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten."

Der 56-jährige Walliser Infantino will sich beim 77. Fifa-Kongress im März kommenden Jahres in Rabat ein weiteres und letztes Mal für vier Jahre wählen lassen. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht.

Der Entscheid bedeute jedoch keine Abkehr von der konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb der Fifa und der internationalen Fussballgemeinschaft, betonte der SFV. Als Verband im Sitzland von Fifa und Uefa wolle er sich weiterhin für transparente und regelbasierte Entscheidungsprozesse sowie einen integren internationalen Fussball einsetzen.


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