Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax trotzt Talfahrt der Techbranche
FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag heftigen Kursverlusten der Technologiebranchen in den USA und Asien gestrotzt. Sorgen vor steigenden Zinsen nach dem überraschend starken Inflationsanstieg in den Vereinigten Staaten im September dominierten die Stimmung in Übersee. Hinzu kamen Sorgen in puncto der Finanzierung von KI-Unternehmen.
Der Dax war im frühen Handel mit 25.301,37 Punkten kaum verändert. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gab um 0,3 Prozent auf 29.960 Zähler nach.
Mögliche weitere Zinsanhebungen, die eine entsprechend höhere Finanzierungslast, vorrangig für Technologieunternehmen, mit sich bringen würden, bereiten Sorgen. Da half selbst der vom taiwanesischen Chipriesen TSMC an diesem Morgen für das abgelaufene Quartal gemeldete Rekordgewinn nicht viel, der obendrein besser als erwartet ausgefallen war.
"Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern echte Sorgen vor einer massiven Korrektur. Im Dax allerdings, der nur mit einer geringen Anzahl an Techwerten bestückt ist, hinterliessen derartige, aus KI-Sorgen heraus entstehende Verkaufswellen deutlich geringere Spuren.
Dennoch dürfte auch hierzulande weiter die Vorsicht dominieren, denn an diesem Nachmittag stehen mit wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen, Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsätzen weitere wichtige Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. "Nach dem jüngsten Inflationsschock werden die Anleger besonders genau darauf achten, ob sich der Preisdruck weiter verfestigt und die US-Notenbank zu einer noch restriktiveren Geldpolitik zwingen könnte", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Im Dax sackte die bereits am Vortag schwache Infineon-Aktie um 9 Prozent ab. Die Aktie des Energietechnikunternehmens Siemens Energy sank um 7,3 Prozent. Im MDax verloren Jenoptik , Elmos , Siltronic , Suss Microtec und Aixtron zwischen 4,5 und 9,5 Prozent. Für die in den vergangenen zwei Jahren stark vom KI-Boom profitiert hat, ging es nach einem Verlust von etwas mehr als fünf Prozent am Vortag ausserdem vorbörslich um weitere 2,5 Prozent abwärts.
Das Papier von Flatexdegiro profitierte unterdessen an der MDax-Spitze mit plus 4,5 Prozent von der Ankündigung von Aktienrückkäufen. Der Umfang soll laut dem Onlinebroker mit bis zu 100 Millionen Euro doppelt so hoch sein wie der des im Mai 2025 abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramms.
Im Kleinwerte-Index SDax ging die Vorzugsaktie von Drägerwerk trotz bestätigter Jahresziele mit 10,0 Prozent auf Talfahrt und sackte auf ein Tief seit Ende Juli. Ein Händler verwies darauf, dass das bereinigte operative Quartalsergebnis des Medizintechnikunternehmens einen positiven Einmaleffekt von mehr als 16 Millionen Euro durch die Rückerstattung von Zöllen enthalte. Werde dieser herausgerechnet, "liegt das bereinigte Ebit deutlich unter den Erwartungen", erklärte er den kräftigen Kursverlust.
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