Drägerwerk hadert mit hohen Kosten - Aktie fällt auf Mehrmonatstief
LÜBECK (awp international) - Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk hat im dritten Quartal trotz hoher Zollrückerstattungen weniger Gewinn erzielt. Einem geringeren Umsatzwachstum standen überdurchschnittlich gestiegene Kosten gegenüber, wie die Lübecker aus dem SDax überraschend am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilten. Zudem hatte sich das Ergebnis im Vorjahreszeitraum günstig entwickelt - da konnten die vorläufigen frischen Resultate nicht mithalten. Die in diesem Jahr stark gelaufene Aktie fiel am Donnerstag nach Handelsbeginn spürbar.
Der Kurs knickte um 6,5 Prozent ein auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Damit kommt das Papier bei 109,00 Euro immer noch auf einen Kursgewinn von 57 Prozent im laufenden Jahr. Ein Händler monierte, dass der Einmaleffekt aus der Zollrückerstattung das Ergebnis besser aussehen lasse, als es aus dem operativen Geschäft sei. Bereinigt um den Effekt habe das operative Ergebnis deutlich unter den Erwartungen gelegen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging von knapp 57 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf nun rund 48 Millionen Euro zurück. Im Ergebnis enthalten war ein Betrag aus Zollrückerstattungen in Höhe von 20,1 Millionen Euro. Drägerwerk sprach von einem Anstieg der Funktionskosten zur Begründung der Entwicklung. Zudem sei das Ergebnis ein Jahr zuvor von Nachholeffekten beim Erlös und einer moderaten Kostenentwicklung begünstigt worden.
Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Dreimonatszeitraum um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro und profitierte dabei von Wechselkurseffekten. Beim Auftragseingang ging es um 8,2 Prozent auf 926 Millionen Euro nach oben. Vor allem die Sicherheitstechnik gab hier Schub mit einem Plus von einem Fünftel. Dräger stattet unter anderem die Bundeswehr und den Zivilschutz mit Schutzausrüstung, technischen Geräten und Zubehör aus. Dazu gehören etwa Filter für Atemmasken.
Die Jahresprognose behielt das Management um Unternehmenschef Stefan Dräger bei. Der Umsatz soll währungsbereinigt um 2,0 bis 6,0 Prozent wachsen und die operative Marge (Ebit-Marge) zwischen 6,0 und 8,0 Prozent liegen.
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