Ericsson überrascht mit Ergebnis - Warnt aber vor steigenden Kosten
STOCKHOLM (awp international) - Der Netzwerkausrüster Ericsson hat sich im dritten Quartal besser geschlagen als gedacht. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) ging im Jahresvergleich zwar um über ein Drittel auf 10,1 Milliarden schwedische Kronen (0,9 Mrd Euro) zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Das lag aber an einem Einmalertrag im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zudem mit einem noch kräftigeren Rückgang gerechnet. Die Aktie schnellte zwischenzeitlich um mehr als 10 Prozent in die Höhe.
Das Papier lag zuletzt in Stockholm 8 Prozent im Plus bei 104,85 Kronen. Im laufenden Jahr liegt das Plus damit bei knapp 16 Prozent. Das Jahreshoch bei über 128 Kronen ist allerdings etwas ausser Reichweite geraten. Besonders in Japan und Indien habe sich das Geschäft gut entwickelt, schrieb Analyst Ulrich Rathe vom Analysehaus Bernstein. Auch der Ausblick auf das vierte Quartal überzeuge. In der Schlüsselregion Amerika gehe es aber nach wie vor abwärts.
Der neue Ericsson-Chef Per Narvinger stellte wegen steigender Komponentenkosten die Investoren auf eine Belastung der Bruttomarge im kommenden Jahr ein, zudem dürfte der Markt für Mobilfunkzugangstechnik (RAN) eher stagnieren. Im vierten Quartal sollten sich die Erlöse wie saisonal üblich entwickeln, die bereinigte Bruttomarge sieht der Manager in der Netzwerksparte bei 49 bis 51 Prozent. In dem Kerngeschäft hatte sie im dritten Quartal bei 50,3 Prozent gelegen und damit in etwa stabil zum Vorjahreswert.
Der Konzernumsatz wuchs im dritten Quartal dank einer soliden Nachfrage nach Mobilfunkequipment um 6 Prozent auf 59,5 Milliarden Kronen. Unter dem Strich stand im Quartal ein Gewinneinbruch um rund die Hälfte auf 5,8 Milliarden Kronen zu Buche. Ein Jahr zuvor hatte Ericsson sich für den Verkauf des US-Telekomdienstleisters Iconectiv einen Einmalertrag gutgeschrieben.
Narvinger hat in diesem Monat den Chefposten bei den Schweden in einem schwierigen Umfeld übernommen. Die geopolitische Unsicherheit bleibe erhöht, sagte der Manager. Bereits seit vielen Jahre müht sich der Konzern mit einer schleppenden Nachfrage nach seiner 5G-Netztechnik, Vorgänger Börje Ekholm strich Jobs und senkte die Kosten. Narvinger legt nun in einem ersten Schritt die beiden Asiensparten des Unternehmens zusammen, um die Geschäftsstruktur zu vereinfachen.
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